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Artikel Keyword-Werbung
wird von Portalen entdeckt
Fallstudie Weiterbildungsportal seminus
Keyword-Werbung wird von Portalen entdeckt
Von Stefanie Heine
Suchmaschinenmarketing
- oder Keyword-Advertising genannt - hat einen festen Platz im
Online-Marketing. Dass Portale das Modell für sich entdecken,
war nur eine Frage der Zeit. Was unterscheidet die Anzeigenschaltung
auf Branchenportalen von denen bei Google, Overture oder Miva,
was sind die Vorteile?
Bucht die Jobbörse Monster bei Google das Keyword "Jobsuche",
so findet der Google-Nutzer unter diesem Begriff einen Link zu
diesem Unternehmen. Nur wenn er diesen Link anklickt, zahlt Monster
dafür an Google. Branchenportale haben diese erfolgsorientierte
Werbung nun für sich entdeckt und legen eigene Programme auf.
Das Weiterbildungsportal seminus.de ist dafür ein Beispiel.
Was unterscheidet das seminus-Abgebot vom traditionellen Suchmaschinenmarketing?
Das Weiterbildungsportal seminus (http://www.seminus.de)
setzt Zielgruppenspezifizierung vor weltweite Kundenmasse und
entwickelt so seine eigene Keyword-Advertising-Version. Es führte
im April 2006 ein traffic-bezogenes Werbemodell für Seminaranbieter
ein.
"Das Keyword-Advertising großer Internet-Portale trägt dem wichtigsten
Kriterium effizienter Werbung kaum Rechnung: der Spezifizierung
der Zielgruppe. Diese ist jedoch das A und O des Marketings, sie
garantiert qualifizierte Kundschaft. Branchenportale sind prädestiniert,
dieses Grundprinzip konsequent auf das Keyword-Advertising anzuwenden.
Diese Erkenntnis war der Startschuss für unser TrafficModell",
sagt Katrin Grossmann, Projektleiterin beim Berliner Unternehmen.
Das seminus-Portal ist auf berufliche Weiterbildungsangebote spezialisiert.
Knapp 60.000 Seminartermine und 2.000 Trainingsanbieter finden
sich in seinem Pool. Die Suche funktioniert wie bei Google. Geben
Besucher in der Seminardatenbank von seminus "Excel" oder "Mitarbeiterführung"
ein, erscheint zuerst eine Ergebnisliste mit Seminartiteln und
den entsprechenden Terminen, Veranstaltungsorten und Anbieternamen.
Nach der Auswahl eines interessanten Seminars wird der Besucher
sofort zur detaillierten Seminarbeschreibung auf der Anbieterhomepage
weitergeleitet. In diesem Moment zahlt der Werbende eine Gebühr.
Seminus ließ dieses Pay per Click-Modell ein halbes Jahr von seinen
Kunden testen. Das Feedback fiel positiv aus.
Preise und Keyword-Auswahl
Die Kampagnen-Abrechnung jeglichen Keyword-Advertisings schließt
nicht aus, dass Portal-Anbieter verschieden teuer oder günstig
zur Kasse bitten. So liegen die Preise für einen Klick zwischen
20 Cent und 2,90 Euro. Hohe Kosten entstehen dann, wenn Firmen
Keywords ersteigern müssen. Beispielsweise wenn Keywords eine
besonders hohe Nutzerschaft haben, wie "Seminare" oder "Kurse"
gegenüber "Bildungsangebote".
Einen monatsaktuellen Preisindex für die großen Suchmaschinen
liefert http://www.explido-webmarketing.de/spixx_aktuell.htm.
Übrigens punkten Branchenportale auch hier: Begehrte Begriffe
wie "Versicherung", "Holz" sowie "Training" sind bei ihnen unter
Umständen günstiger und noch gar nicht vergeben.
"Zielgruppenspezifische Portale empfehlen sich besonders für Firmen,
deren Leistungen und Produkte eine starke Konkurrenz haben. In
einem maßgeschneiderten Umfeld stehen eben weniger Wettbewerber
am Start", gibt Kai Ropers, Geschäftsführer der cnossos oHG, zu
Bedenken. Seine Agentur konzentriert sich auf Online-Marketing
und Suchmaschinenoptimierung. Er beobachtet ein steigendes Interesse
an Keyword-Advertising und coacht Kunden beispielsweise bei der
Auswahl der Schlüsselbegriffe.
"Ich rate den meisten Interessenten, einen Schritt zurückzugehen,
bevor sie sofort ins Online-Marketing einsteigen. Die erste Phase
muss lauten: Grenzen Sie die Zielgruppe und deren Kultur ein.
Nur wer weiß, was seine Kunden kennzeichnet, kann auch sinnvolle
Schlagworte auswählen. Diese sind schließlich der Dreh- und Angelpunkt
des Keyword-Advertisings", sagt der Aachener Experte.
Grundsätzlich gilt für die Schlagwortwahl, dass ein Begriff allein
nicht genügt. Schließlich gibt es beispielsweise für "Teamtraining"
zwei weitere Schreibweisen: Team Training und Team-Training. Je
nach Suchmaschinenintelligenz müssen Kunden eine oder alle drei
Varianten buchen. Dasselbe gilt für den Umgang mit Unterkeywords:
das Unterwort für "Coaching" lautet "Coach".
Übrigens suchen User, die Konflikttraining meinen, aber nicht
benennen können, auch unter "Coaching" entsprechende Angebote
- ein Grund, Überbegriffe in die Strategie einzubinden. Gern übersehen
wird auch die Verwendung von Plural und Singular. Es sollte eben
nicht nur an das "Training" gedacht werden, sondern auch an die
"Trainings". Eine weitere, im Vorfeld zu klärenden Frage betrifft
die Kommunikation des Publikums: Videospielhersteller oder Sprachen-Anbieter
- und nicht nur sie - müssen wissen, welche Anglizismen oder Fremdwörter
von ihren potentiellen Kunden zur Suche eingesetzt werden.
Einfache Kostenkontrolle durch Budgeting
An das Stichwort "Budget" knüpft sich das zweite, oft zitierte
Pro-Argument für Keyword-Advertising. Legt der Kunde einen Budget-Rahmen
fest, setzt der Anbieter die Verlinkung ab diesem Betrag aus.
Und: der Erfolg einer Kampagne ist klar messbar. Wenn 500 oder
1000 User die Homepage besuchen, kann durch gezieltes Marketing-Controlling
der Erfolg einer Kampagne kostengünstig gemessen werden. Beispielsweise,
indem Kunden gefragt werden, wo und wie sie das Angebot wahrnahmen.
Einsteigern des Keyword-Advertisings oder Traffic-Modells empfiehlt
Kai Ropers, mit einem kleinen Budget von ca. 400 Euro erste Erfahrungen
zu sammeln, eine eigene Strategie zu finden und diese laufend
zu verfeinern. Am besten gelänge das in überschaubaren Branchenportalen.
Transparente Information vor dem Markttest
"Wir geben unseren Kunden detaillierte Auskunft über die jeweiligen
Besucherpotentiale. Schon vor dem Start einer Vermarktungskampagne
können Kunden damit das erforderliche Budget eingrenzen und die
mögliche Erfolgsaussicht anhand von Erfahrungswerten kalkulieren",
sagt Katrin Großmann von seminus. Damit unterscheidet sich das
Portal klar von anderen Anbietern, die diese detaillierten Informationen
nicht bieten können.
Erfolgsfaktor Marke
Wie bei vielen anderen Produkten und Dienstleistungen gilt auch
bei Portalen, dass der Markeneffekt sich positiv auf den Besucher-Zuspruch
auswirkt. Internet-Besucher surfen größtenteils gezielt nach Informationen
und verlangen diese schnell. Einer Studie der Bertelsmann Stiftung
zufolge nutzen 90% von ihnen Suchmaschinen und Verzeichnisse zum
Nachschlagen. Daher besuchen sie gern bewährte und gut sortierte
Portale. Insofern trifft nutzerorientiertes Keyword-Advertising
in einem renommierten Portal auf offene Türen bei einem qualifizierten
Publikum.
Unbedingt erkunden sollten Unternehmen, ob der Keyword- Advertising-Anbieter
seine Zugriffe nicht durch fremde Suchmaschinen sowie Robotzugriffen
verfälscht, ob er eigene feste IP-Adressen der Werbekunden hinterlegt
und diese bei der Traffic-Ermittlung ebenfalls herausrechnet.
Andernfalls zahlt der Kunde für eigene Klicks.
Erfolgsfaktor Website: passende Angebotsseiten
Ein paar wichtige Weichen kann das werbende Unternehmen allerdings
im eigenen Haus stellen. Die Online-Kampagne setzt voraus, dass
die Firmen-Site übersichtlich und leicht verständlich strukturiert
ist. Der Besucher muss das Angebot sofort erfassen und sich zurechtfinden
können.
Am besten sind die Inhalte auf einer speziellen Landeseite platziert.
So läßt sich nachvollziehen, welche Kunden die Kampagne geliefert
hat. Generell muss das Marketing über Evaluierungstools verfügen:
Es sollte Grundregel sein, neue Kunden zu fragen, woher sie kommen
oder Feedbackmöglichkeiten auffällig auf der Site zu positionieren.
Übrigens sollten Angebotsseiten immer wieder auf ihre Aktualität
hin kontrolliert werden. Da Keyword-Advertising Arbeitsschritte
reduziert, dürfte dafür Zeit bleiben. Diese Erfahrung machte zumindest
Klaus Häbel, Geschäftsführer der Akademie der Technologie e.V.
Er war einer der Tester des Traffic-Modell von seminus: "Die Datenpflege
ist einfacher, zeitnaher und auch von unserer Seite her fehlerfreier
geworden." Und das gilt nicht nur für dieses Branchenportal.
Ist das Keyword-Advertising bei diesen Vorteilen eigentlich
die Werbeform der Zukunft?
Katrin Großmann sieht das differenziert: "Keyword-Advertising
und das Traffic-Modell bergen ein enormes Potential, das von den
meisten Unternehmen noch bei weitem nicht ausgeschöpft wird."
Eine professionelle Keyword-Kampagne könne jedoch potenzielle
Kunden nur auf die eigenen Angebote aufmerksam machen. Wenn diese
nicht durch eine entsprechende Leistungsdarstellung und Kundenansprache
ergänzt wird, ist der Interessent mit einem Klick schnell weiter.
Die Vorteile des Keyword-Advertising auf Portalen in Kürze:
- zielgruppenspezifisches Publikum
- stärkeres Interesse als in allgemeinen Suchmaschinen
- häufig mehr Informationen über Zielpublikum vorhanden
- meist günstigere Klick-Preise
Stefanie Heine ist freie Journalistin und PR-Beraterin
in Wien
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