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Artikel Trends
bei Online-Shops 2007
22.8.2007
Trends bei Online-Shops 2007
Von Karsten Büttner
Wertet
man verschiedene Studien im laufenden Jahr 2007 aus, schälen sich
drei Trends und Erfolgsfaktoren für das Online-Shopping heraus:
Spezialisierung, Empfehlung, Kundenbindung. Verbunden mit dem
Ausbau der Breitbandtechnologie sorgen sie dafür, dass der Anteil
der Online-Käufer und auch die Umsätze insgesamt im Online-Shopping
weiterhin rasant steigen.
Nischenmärkte
Immer mehr Spezialisten-Shops entstehen neben den virtuellen
Großkaufhäusern wie Amazon und eBay. Dieses spiegelt einen allgemeinen
Trend wider, der sich laut der 24. Befragungswelle der W3B von
Fittkau & Maaß allgemein bei Websites zeigt: Jeder dritte Internet-Nutzer
verbringt demnach ein Viertel seiner Online-Zeit auf Nischen-Websites.
Große Portale sind nicht abgeschrieben, doch das Interesse an
speziellen Websites verstärkt sich.
Nischenmärkte sind spezialisierte Märkte. Entweder konzentrieren
sie sich auf eine genau bestimmbare Zielgruppe, ein Produkt oder
eine Produktgruppe, einen Service oder den Vertriebsweg. Nischenmarkt
und Internet passen dabei aus zwei Gründen zusammen: Zum einen
werden in Suchmaschinen Spezialisten belohnt, zum anderen bietet
das Internet eine über die lokalen Kunden hinaus ein theoretisch
weltweites Potenzial.
Schrauben-Experten
Als stationäres Geschäft hätte ein reiner Schrauben-Laden sicherlich
auch in Metropolen ein Problem, online funktioniert das zum Beispiel
bei www.online-schrauben.de
deswegen, weil 25.000 Artikel überzeugender sind als die Auswahl
im Baumarkt. Wer hier nichts findet, wird sich seine Schrauben
wohl selber drehen müssen.
Historische Baustoffe
Der Handel mit historischen Baustoffen, das heißt originalen Bauteilen
aus Abrißhäusern, ist ein kleiner wohldefinierter Nischenmarkt
entstanden. Der Marwitzer Olaf
Elias ist einer von etwa 150 Unternehmern, die alte Türen,
Fenster, Ziegel, Balken und alles sammeln, was für die Sanierung
alter privater Gebäude und die Integration historischer Baustoffe
in Neubauten von Bedeutung sein könnte. Das Internet bietet dafür
einen hervorragenden Kanal, die Einzelstücke weltweit anzubieten
und zu versenden.
Reduzierung der Komplexität und Beliebigkeit
Empfehlungen durch persönliche Bewertung
Eigentlich wären Weblogs in Shops eine gute Sache. So könnten
zu den einzelnen Produkten ganz leicht Anwendertipps und Beurteilungen
gesammelt werden. Die RSS-Feeds böten Möglichkeiten, den potenziellen
Käufer auf dem Laufenden zu halten, wenn ein neuer Kommentar zu
einem Produkt geschrieben wird.
Die Kosten sind es gewisslich nicht, die Shopbetreiber davon abhalten
würden, Weblogs zu installieren. Geringer Aufwand gepaart mit
niedrigen Kosten gäbe ein gutes Paar, doch bislang hält lediglich
ein Viertel der Shop-Nutzer Weblogs für erforderlich.
Erstaunlicherweise sind es die 41-50-jährigen Männer, von denen
jeder Zweite schon einmal eine Bewertung verfasst hat. Frauen
dagegen ist der Austausch mit einem Kundenberater via E-Mail wichtiger.
Das ist ein Ergebnis der Befragung "Vernetzte Kunden - Wie Web
2.0 das Online-Shopping verändert", die von der novomind AG in
Zusammenarbeit mit wiwo.de und handelsblatt.com Anfang 2007 stattfand.
Empfehlung durch selbstlernendes System
Amazon-Nutzer kennen es schon: "Wer CD A bestellt hat, interessiert
sich auch für CD B". Noch weiter geht der Dienst von last.fm.
Hier kann, wer ein Konto angelegt hat, seine Vorlieben und Abneigungen
anhand von Musikstücken beispielhaft dokumentieren. Aufgrund dieses
sich immer weiter verfeinernden Profils bekommt der Interessent
dann nur noch Musik vorgestellt, die in etwa diesem Musikgeschmack
entspricht.
Auch hier sind es in der Hauptsache noch die Männer, die diese
Dienste nutzen. Frauen adaptieren den virtuellen Empfehlungsdienst
wesentlich langsamer. (Quelle: Vernetzte Kunden, s.o.)
E-Mail-Nutzer kaufen mehr
Kunden, die über E-Mail gewonnen werden, sind loyaler und geben
mehr aus als Konsumenten, die über andere Kanäle gewonnen wurden.
Davon ist Craig Swerdloff, Viezpräsident und Hauptgeschäftsführer
von Return Path, einem Anbieter von E-Mail-Versandlösungen, überzeugt.
Weiterhin meint er, dass Leute, die über Suchmaschinen kommen,
tendenziell stärker auf das preiswerteste Angebot aus sind.
Diese Überlegungen werden von Forrester Research gestützt, die
im März 2007 in einer Studie herausfanden, dass Konsumenten, die
Produkte über E-Mail angeboten wurden, 138 Prozent mehr kauften
als ihre Zeitgenossen, die auf andere Online-Kanäle reagieren.
Craig Swerdloff folgert, dass E-Mail-Marketing die Kunden in höherem
Maße einbindet als es andere Medien können. Und diese Einbindung
sorgt für höhere Käufe.
Einen Monat später berichtete die amerikanische Tochterfirma GfK
Research in einer Untersuchung, dass 73 Prozent der E-Mailnutzer
bereits Onlinekäufe aufgrund eines relevanten E-Mail-Angebots
getätigt haben. Der zentrale Begriff lautet "relevant". Das heißt,
gute Ergebnisse erzielt der Shopbesitzer nur, wenn das Angebot
auch in Bezug zu früheren Einkäufen und Vorlieben steht. Die reinen
"Kauf-Mich"-Newsletter, die Standardangebote für alle enthalten,
haben nur eine sehr begrenzte Reichweite.
Online-Shopping nimmt deutlich zu
Waren es 2001 noch rund 4,4 getätigte Einkäufe pro Online-Nutzer
so stieg die Zahl der Einkäufe jährlich um etwa 30 Prozent und
lag 2006 durchschnittlich bei 7,8 Einkäufen. Das heißt, 56 Prozent
der Onliner kaufen alle 6 Wochen im Web ein. Während eine kleine
Gruppe von 13 Prozent als intensive Käufer gilt, die mehr als
13 mal pro Jahr in Online-Shops einkauft, zeichnen sie für fast
40 Prozent der Umsätze verantwortlich. (Quelle: GfK WebScope:
E-Commerce-Tracking)
Förderlich für diese Entwicklung war der Ausbau der DSL-Verbindungen.
Schnelle und störungsfreie Internetverbindungen stellen schließlich
die Basis für einen bequemen Einkauf im Netz dar.
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