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Artikel Twitter
- Möglichkeiten für Marketer
Twitter - Möglichkeiten für Marketer
Von Karsten Büttner
Auf
den ersten Blick scheint das Microblogging-System Twitter hauptsächlich
der Verbreitung von Banalitäten zu dienen. Doch richtig eingesetzt
kann Twitter für das Marketing in Unternehmen nutzbringend eingesetzt
werden. Schließlich sind durch eine offene Schnittstelle eine
Vielzahl von Zusatzanwendungen entstanden, die die begrenzten
Funktionen von Twitter stark erweitern.
Beziehungen - das ist das zentrale Schlagwort, mit dem
sich Marketing beschreiben lässt. In diesem Artikel geht es darum,
welche Aufgaben Twitter generell übernehmen könnte. Diese Überlegungen
sind als Komplementär zum Artikel "Twitter
- Herausforderung für Marketing und PR" zu verstehen, in dem
ich argumentiere, dass für die Marketingplanung nicht die Technik,
sondern das Ziel im Mittelpunkt stehen sollte.
Ich setze voraus, dass Sie sich vorab Gedanken darüber gemacht
haben oder machen werden, was Sie mit welchem Ziel twittern wollen.
Hier geht es darum, die Potenziale von Twitter aufzuzeigen.
So wie nicht jedes Unternehmen von Google Adwords gleichermaßen
profitiert, wird auch Twitter nicht für alle Branchen der ideale
Ansatzpunkt sein.
Welche Aufgaben kann Twitter nun übernehmen?
1. Reichweite erhöhen, neue Kontakte finden
2. Informationen verbreiten
3. Marktrecherche
4. Meinungsmacher identifizieren
5. Online-Reputation beobachten
1. Reichweite erweitern
Mehr (und die richtigen) Interessenten für das Unternehmen zu
finden, ist eine der Zielsetzungen des Marketings. Neben den klassischen
Instrumenten finden langsam auch die sozialen Medien Beachtung,
wenn es darum geht, den bisherigen Interessentenkreis zu vergrößern.
Mit Twitter ist es möglich, zusätzliche Interessenten zu
generieren. Dafür ist es zunächst einmal notwendig, sich einen
aussagekräftigen Twitternamen zuzulegen. Dieser kann maximal X
Zeichen umfassen. Unter "Bio" (=Biografie) sollten Sie nutzenorientierte
Informationen - Stichworte in 120 Zeichen - für potenzielle Leser
hinterlegen.
So gewinnen Sie neue Leser für Ihre Twitterbeiträge (Tweets):
a) Voraussetzung ist, dass Sie bereits Kontakte haben, am besten
über einen eigenen Newsletter. Verweisen Sie nun in Ihrem Newsletter
auf Ihre Tweets. Bitten Sie Newsletterleser, die twittern, die
Informationen weiterzureichen. Wenn die Information als relevant
angesehen wird, wird sie nun über die Twitterkonten der Newsletterleser
ein erstes Mal verbreitet. Von da aus kann Ihre Nachricht dann
weitere Kreise ziehen.
b) Fügen Sie hinter jeden Artikel, den Sie auf Ihrer Website (oder
Ihrem Blog) veröffentlichen, ein Logo ein, mit dem die Leser Ihren
Artikel mit einem Klick in Twitter weiterempfehlen können.
c) Noch mehr mögliche "Follower" können Sie im zweiten Schritt
dadurch finden, indem Sie die Kontakte Ihrer Kontakte auf
Gemeinsamkeiten durchsuchen lassen. Möglich wird das durch das
kostenlose Werkzeug Twubble.
Twubble stellt Ihnen eine Liste potenzieller Leser Ihrer Tweets
zusammen. Als erstes können Sie diesen Personen folgen und hoffen
nun darauf, dass diese Ihnen wiederum folgen.
d) Sie können jedem, der Ihnen folgt, eine persönliche Nachricht
über "Direct Messages" schicken. Die Willkommensnachricht
können Sie auch nutzen, Ihren neuen Follower für mehr zu interessieren.
Verweisen Sie zum Beispiel auf Ihre Website, Ihren Newsletter,
ein E-Book oder andere für den Besucher nützliche Informationen.
Dieser Dialog lässt sich wie eine Willkommensmail im E-Mailmarketing
automatisieren. Ein nützliches Werkzeug dafür ist Twitterdmer.
So können Sie beispielsweise direkt nach dem Abonnieren eine Nachricht
wie diese schicken:
"Hallo {firstname}, danke, dass Sie mir folgen. Wenn ich mal in
{location}, können wir uns ja mal auf einen Kaffee treffen."
e) Mit Magpie ist ein Anzeigen-Netzwerk
an den Start gegangen, das ähnlich wie Google Adwords kontextbezogene
Werbung ausgibt. Anzeigenkunden erstellen Kampagnen und Magpie
sorgt dafür, dass die Werbe-Tweets bei den passenden Twitterern
erscheinen. Die Twitterer haben selbstverständlich der Vermarktung
zugestimmt und bekommen eine anteilige Vergütung. Bereits im Vorfeld
können Sie erkunden, ob zu Ihren gewünschten Begriffen ausreichend
Leser vorhanden sind. Im Gegensatz zu Google zahlen Sie jedoch
nicht pro Klick, sondern wie bei klassischen Medien nach der Zahl
der angemeldeten Nutzer.
Neben grundsätzlichen Ablehnungen
gibt es erst wenig Erfahrung, was Magpie wirklich bringt. Wenige
dokumentierte Werbetests zeichnen eher ein negatives
Bild und
hier.
Wie erfolgreich Anzeigenwerbung in Twitter für Werbende ist,
bleibt also vorerst noch unentschieden.
Wichtig zu wissen: es gibt immerhin schon Möglichkeiten, auch
über Twitter vergleichsweise schnell Informationen zu verbreiten,
ohne einen eigenen großen Anhängerkreis zu haben. Zurzeit ist
allerdings das Themen- und damit das Produktspektrum vergleichsweise
klein.
2. Informationen verbreiten
Haben Sie die "kritische Masse" erreicht, können Sie darauf setzen,
dass sich Ihre Informationen, wenn sie relevant sind, schnell
verbreiten. Doch was genau können Sie verbreiten? Im Prinzip alles.
Denn dem Teaser folgt eine URL, die sowohl zu Texten als auch
audiovisuellen Medien auf x-beliebigen Websites verlinken kann.
Welche Informationen über Twitter verbreitet werden, hängt von
Ihrer Strategie ab. Sie können Twitter nutzen, um "hilfreiche
Informationen" für Ihre Leser zu platzieren. Sie können aber auch
direkt darüber verkaufen.
Ein Beispiel dafür ist DELL, die mit mehreren Twitter-Konten
arbeiten. Eines davon konzentriert sich ausschließlich auf "Outlet".

Mit fast 660.000 Adressaten wird der Tweet
zum Verkaufskanal
- Dell verkauft direkt über Twitter
- Dell nutzt einen Gutscheincode und kann damit die Effizienz
der Twitteraktivitäten messen
- JetBlue Airways nutzt das Twitterkonto
zur Beantwortung von Kundenfragen
Zeitversetzt versenden
Nutzen Sie Twitter, um Sonderangebote zu bewerben, dann kann es
sinnvoll sein, diese erst zu einem bestimmten Zeitpunkt zu veröffentlichen.
Dieses können Sie mit Tweetlater
oder auch Twuffer erledigen.
Mehr noch: Sie können mit diesen Werkzeugen ganze Tweet-Sequenzen
vorbereiten und auf eine Zeitleiste setzen. TwitterTise hat zudem
noch den Vorzug, dass es auch die Zugriffe auf die Tweets messen
kann.
Noch effizienter geht die Verbreitung Ihrer Informationen, wenn
Sie mehrere soziale Medien gleichzeitig bedienen können. Eines
dieser Werkzeuge, das über 40 Netzwerke angeht, ist ping.fm.
Nachteil für deutschsprachige Nutzer: es ist fast ausschließlich
auf US-Amerika bezogen.
3. Marktrecherche
Wie alle (?) Werkzeuge rund um Twitter liefert Search.Twitter
in Echtzeit, wer was zu einem Thema veröffentlicht hat.
Verlinkungen messen
Mit Backtweets können Sie
zum Beispiel sehen, wer auf Ihre Website oder die Ihrer Mitbewerber
verlinkt.
4. Meinungsmacher identifizieren
Schnell werden Sie feststellen, dass es bei Twitter nicht die
Masse ist, die interessant ist, sondern dass es wichtig ist, diejenigen
zu ermitteln, die Meinungsführer sind. Eines dieser Werkzeuge
ist Twitalyzer.
Dieses Werkzeug evaluiert unter fünf Aspekten, was von einzelnen
Twitterern zu halten ist in Bezug auf relevante Informationen,
Veröffentlichungshäufigkeit oder Durchdringung des Netzwerks.
Einen anderen Weg wählt TweetSum
. Hier werden die Follower über einen Algorithmus, den Douche
Bag Index (DBI), bewertet. Je höher der DBI ist, desto größer
ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Personen eher nerven als
nützliche Informationen zu liefern.
5. Online-Reputation beoabachten
Mit Twilert lassen Sie sich
bequem per E-Mail informieren, was über Ihr Unternehmen, Marke
oder Produkte getwittert wird. Natürlich können Sie ganauso auch
Ihre Mitbewerber beobachten. Sie geben die zu überwachenden Suchbegriffe
ein oder schon geht's los.
Ähnlich wie mit Twilert können Sie mit Socialmention
automatisch nach bestimmten Begriffen in Microblogs generell,
Bookmarks, Kommentaren und anderen informellen Medien suchen lassen.
Sie erhalten dann ebenfalls eine automatische E-Mail ("Think Google
Alerts but for social media").
Fazit
Es gibt bereits jetzt ein breites Twitter-Instrumentarium, mit
dem Sie viele verschiedene Marketingaufgaben erfüllen können.
Zum großen Teil sind diese außerden (noch) kostenfrei. Das heißt,
die finanziellen Investitionen sind nahezu Null. Jetzt sind Ihr
Hirn und Herz gefragt.
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