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Artikel Welche
Antwort braucht Ihre Zielgruppe
Welche Antwort braucht Ihre Zielgruppe? - Wie Sie mit Hilfe
limbischer Profile Ihre Webkommunikation gestalten
Von Karsten Büttner
Mit
Büchern wie "Think Limbic" ist erneut in den Mittelpunkt gerückt,
dass wir Menschen nicht rational entscheiden. Es gibt im wesentliche
drei "limbische Profile" (Hans-Georg Häusel). Doch was heißt das
konkret für unsere Kundenansprache und Webkommunikation?
Drei limbische Instruktionen und ihre Folgen
Wollen wir erfolgreiche Geschäfte tätigen, tun wir gut daran,
uns ins Gedächtnis zu rufen, dass es drei typische Instruktionen
gibt, die unsere Entscheidungen steuern. Natürlich gibt es diese
Typen nicht in Reinkultur. Doch als aktuelles, vorherrschendes
Verhaltensmuster hat die einfache Typologie durchaus Erklärungswert.
Drei limbische Instruktionen sieht Hans-Georg Häusel:
1. Balanceinstruktion
2. Dominanzinstruktion
3. Stimulanzinstruktion
Die zentrale Frage, die ein Website-Betreiber beantworten muss,
wenn er seine Internet-Kommunikation plant, ist: Welche "limbische
Instruktion" ist bei unserer Hauptzielgruppe vorherrschend? Die
Beantwortung dieser Frage hat unmittelbare Konsequenzen für die
Gestaltung des Kommunikationsprozesses. Es ist sogar möglich,
dass Sie unterschiedliche Websites benötigen, um verschiedene
Zielgruppen angemessen ansprechen zu können.
Lassen Sie uns einmal unser Publikum unter dem Gesichtspunkt der
limbischen Instruktionen ansehen. Welche Merkmale kennzeichnen
die jeweilige Gruppe und was bedeutet das für die Ansprache?
1. Balanceinstruktion
Menschen, bei denen die Balanceinstruktion vorherrscht, sind ängstlich
und vorsichtig. Sie versuchen Risiken zu meiden und sind Neuem
gegenüber skeptisch eingestellt.
Ihr Credo ist es, nützlich zu sein und gestellte Aufgaben erfüllen
zu wollen. Sie sind stark beziehungsorientiert, umsorgend, sozial
eingestellt und lieben es zu helfen. Sie sind stark von ihren
Intuitionen gesteuert und Entscheidungen sind stark von ihren
Gefühlen und sozialen Bezügen abhängig. Sie möchten "irgendwo"
dazu gehören.
Wenn es um Zeit geht, sind sie eher spontan, undiszipliniert und
treffen Entscheidungen eher langsam.
Der Typus findet sich tendenziell mehr bei Frauen beziehungsweise
eher im Alter.
Menschen mit dieser Verfassung sind leicht geneigt, einen Webauftritt
zu verlassen, wenn sie Unsicherheit verspüren. Daraus folgt für
die Gestaltung eine starke Reduktion auf das Wesentliche, intuitive
Nutzerführung und die Installation klarer Entscheidungsmechanismen.
Anbieter, die Produkte und Dienstleistungen für hauptsächlich
diese Zielgruppe haben, sollten wissen, dass diese stärker als
andere auf Bilder reagieren. (Insgesamt ist unser Gehirn mehr
ein Bilder-, denn Wortgehirn!) Das heißt zum Beispiel bei der
Bildauswahl, dass viele sympathische Menschen gezeigt werden.
Unterstützt werden diese Bilder durch Referenzen, die Sicherheit
vermitteln. Außerdem spricht diese Zielgruppe sehr positiv auf
Testimonials von Autoritäten (Prominenten) an.
Die zentrale Frage, die Sie als Website-Betreiber beantworten
müssen, lautet:
"Wer hat Ihre Lösung bereits genutzt, um mein Problem zu lösen?"
Ihre Antwort darauf sind: Testimonials (Referenzen) und gezielte
Anreize zum Kauf.
2. Dominanzinstruktion
Die Dominanten lieben es, in führender Position zu sein und Macht
ausüben zu können. Sie sind zielorientiert und benötigen Lösungen,
um ihre Aufgaben zu erledigen. In der Regel ist ihr Entscheidungsprozess
schnell. Ihr Umgang mit der Zeit ist diszipliniert. Sie sind bereit,
gewisse Kaufrisiken einzugehen und akzeptieren eine aggressive
Verkaufsansprache, mit der Sie Menschen, die zum Balance-Typus
tendieren, abschrecken würden.
Tendenziell findet sich dieses Profil häufiger bei Männern als
bei Frauen.
Für die Gestaltung einer Website heißt das: Lassen Sie diese Menschen
nie warten. Langsam aufbauende Sites sind ein Grund, sofort wegzuklicken.
Auch lineare Führungen (wie bei einem Buch) sind für die Dominanten
ein Graus. Die Nutzer brauchen das Gefühl, sich auf der Website
autonom bewegen zu können. Querverweise auf zusätzliche Informationen
sind daher keine Ablenkung, sondern willkommene Herausforderung,
zusätzliches Wissen zu erlangen.
Gut aufgehoben fühlt sich der Dominante in VIP-Programmen.
Seine zentrale Frage ist:
"Was kann Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung für mich tun?"
Ihre Antwort darauf: Sie sollten ihm Optionen eröffnen und Herausforderungen
bieten.
3. Stimulanzinstruktion
Es sind vorwiegend Jüngere und hier insbesondere auch Männer,
die nach unbekannten Reizen und die Abwechslung suchen. Eines
können sie gar nicht leiden: Stillstand. Rastlos vermeiden sie
alles, was nach Langeweile aussehen könnte. Sie werden gerne persönlich
angesprochen, dürfen ruhig ein wenig umworben werden, entscheiden
aus dem Bauch heraus. "Bitte, keine Details", könnte die Losung
dieser Gruppe lauten, die spontan ist und mit ihrer Zeit eher
undiszipliniert umgeht. "Zeitersparnis" als Nutzen ginge an dieser
Zielgruppe beispielsweise vorbei.
Versuchen Sie sich nicht mit langatmigen Antworten, wenn die zentrale
Frage lautet:
"Warum ist Ihr Produkt (oder die Dienstleistung) das Beste
für mich?"
Ihre Antwort sollte auf Persönlichkeit abstellen, aber auch
glaubhafte Testimonials aus der Zielgruppe anführen können.
Fazit
Wenngleich diese Einteilungen holzschnittartig sind, kann die
Typologisierung bei der Erstellung einer grundsätzlichen Kommunikations-Strategie
helfen. Sie zeigt uns, welche Elemente wir bei der Gestaltung
betonen müssen.
Mehr zum Thema limbische Instruktionen finden Sie hier:
Hans-Georg
Häusel: Think Limbic
Hans-Georg
Häusel: Limbic Success
Hans-Georg
Häusel: Brain Script
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