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kontextabhängige Werbeform
Neue kontextabhängige Werbeform
Von Karsten Büttner
Kontextabhängig
und unaufdringlich - das sind die zwei zentralen Eigenschaften
einer neuen Online-Werbeform, die in Deutschland seit kurzem zur
Verfügung steht. Erfahren Sie, was es mit dieser Werbeform auf
sich hat und wem sie nutzt.
Ist das neu oder was ist neu?
Werbeanzeige auf Wunsch
Erlaubnismarketing an sich ist nicht neu. Im E-Mailmarketing
ist Erlaubnismarketing Standard. Auch kontextabhängige Anzeigen
sind nicht neu. Und man mag streiten, wie erlaubnisorientiert
oder penetrierend Anzeigen in welchen Suchmaschinen sind. Während
kontextbezogene Anzeigen (Google, Yahoo, Miva) sowohl in Suchmaschinen
als auch auf Partner-Sites als sofort wahrnehmbare Texte (oder
grafische Anzeigen) erscheinen, liegt der Unterschied bei der
neuen Werbeform hier:
1. Anzeigen erscheinen nur auf Websites
2. Anzeigen sind erst durch aktive Mausberührung (Mouse-Over)
sichtbar
3. Anzeigen zu verschiedenen Inhalten können auf einer Seite erscheinen
(im Gegensatz dazu erscheinen bei den "klassischen" Suchmaschinen-Anzeigen
mehrere Anzeigen in der Regel zum gleichen Thema)
Was heißt das für den Werbetreibenden?
Die kontextbezogenen Anzeigen in redaktionellen Inhalten können
- ähnlich wie Newsletter-Anzeigen - als Zusatzinformationen wahrgenommen
werden. Die Option, einen Inhalt erst aktivieren zu müssen, ist
nicht nur eine einfache Wahlmöglichkeit. Vielmehr macht der Link
neugierig. Zudem erscheint das werbliche Angebot im Kontext eines
Suchbegriffs ohne Konkurrenz.
Zwei Anbieter sind es bislang, die sich in Deutschland den Kuchen
teilen: Miva (Ex-Espotting) mit Miva InLine und Vibrant Media
mit dem Produkt IntelliTXT. Beide Anbieter schalten die Anzeigen
über ein Netzwerk verschiedener Websites. Ähnlich wie bei Google
Adsense und anderen Angeboten, erhält dann der Website-Betreiber
einen Teil der Werbeprovision.
Während das Angebot von Vibrant Media extra gebucht werden muss,
ist Inline-Werbung bei Miva zumindest für den Höchstbietenden
inklusive, der Miva-Anzeigen gebucht hat.
Was bedeutet Inline-Werbung für den Nutzer?
1. Die Art der Anzeigengestaltung eröffnet eine Wahlmöglichkeit
2. Die kontextuelle Werbung ist eine, die auf ein offensichtliches
Interesse (Thema des Artikels) abgestellt ist
3. Gefällt die Werbung nicht auf Anhieb, kann sie durch "Mouse-off"
abgeschaltet werden
4. Die Ausführung ist für Nutzer simpel, er erkennt das Prinzip
5. Die Anzeige erfordert keine weitere Technik auf Seiten des
Nutzers
Für den Nutzer ist diese Art der Werbung schnell erkennbar. Möglicherweise
wird sich mit der doppelten grünen Unterstreichung eine ähnliche
Konvention herausbilden wie mit blau unterlegten Hyperlinks, so
dass der Leser sehr leicht zwischen redaktionellen und werblichen
Links unterscheiden kann.
Wie funktioniert Inline-Werbung beim Website-Betreiber?
Der Website-Betreiber fügt ein Java-Script auf seiner Website
ein. Mit Hilfe dieses Skripts werden die Inhalte der Seiten erfasst,
mit vorhandenen Anzeigen abgeglichen und spezielle Mouse-Over-Links
in den Text bei Schlüsselbegriffen eingefügt.
Während Google Adsense von sehr vielen Websitebetreibern genutzt
werden kann, ist Inline-Werbung nur auf großen Websites möglich.
Mindestens 1 Mio PIs pro Monat sind es bei Miva, mindestens 500.000
PIs pro Monat bei Vibrant Media.
Welche Art von Werbung lässt sich damit ausgeben?
Naheliegend sind Text und Bild, möglich und verwirklicht worden
sind aber auch animierte Präsentationen (Video). Bei letzterer
Art startet das Video direkt mit dem Mouse-Over.

Videostart bei Mouse-Over
Wie gut ist die Werbung im Vergleich mit anderen Werbemitteln?
Erste Nutzungen in Deutschland finden sich testweise bei www.chip.de,
www.golem.de, www.berlinstartup.de. Die spannende Frage wird sein,
wie relevant die Anzeigen tatsächlich sind. Wenn auf der Website
berlinstartup.de unter "Berlin" ein Massage-Anbieter erscheint,
ist das nicht unbedingt naheliegend. Da wird die Praxis zeigen
müssen, wie intelligent Algorithmen sind, die Anzeigen und Inhalte
miteinander in Verbindung zu bringen. Denn, so schreibt der Anbieter
Vibrant Media: "Die Identifizierung von Begriffen und Begriffskombinationen
durch IntelliTXT ist ein unabhängiger und automatisierter Prozess,
der nach der Veröffentlichung des Artikels auf der Website stattfindet.
Dieser Prozess kann zu keiner Zeit von der Redaktion kontrolliert
oder beeinflusst werden."
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