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Warum geografische Informationssysteme Ihr Marketing unterstützen können

Von Karsten Büttner

Das kennen Sie: für Ihr Direktmarketing können Sie von Adressverlagen wie Schober oder Bürgel Kundenprofile kaufen, die nach soziodemografischen Kriterien ausgewählt werden können. Ein neues geografisches Informationssystem (GIS) führt diesen Weg der Informationsbeschaffung und Aufarbeitung weiter.

Was können geografische Informationssysteme besser?

Geografische Informationssysteme haben in Bezug auf Daten im wesentlichen vier Funktionen:

1. Erfassen
2. Verarbeiten
3. Analysieren
4. Ausgeben

Bei einem geografischen Informationssystem handelt es sich immer um Daten, die direkt den Raum repräsentieren (Gebäude, Straßen, Flüsse) oder bestimmte Eigenschaften des Raums beschreiben (Kaufkraft, Kriminalitätsrate, Alter).

Geografische Informationssysteme können diese Sachverhalte einfacher sichtbar machen als es herkömmliche Datensammlungen können.

"Schon heute werden rund 80% aller Entscheidungen im öffentlichen und privaten Leben von räumlichen Sachverhalten beeinflußt. Doch nur ein Bruchteil des riesigen Potenzials aus eigenen oder fremden raumbezogenen Daten wird von den Besitzern und Anwendern bisher erkannt bzw. genutzt", sagt Franko Hoffmann, der Geschäftsführer des auf Geomarketing spezialisierten Unternehmens Walter Geomarketing.

GIS können Mikrostrukturen besser abbilden

Bei herkömmliche Systemen beziehen sich die Daten oft auf große Räume und vernachlässigen die Mikrostruktur oder können sie nur unvollkommen abbilden. Der Lübecker Stadtteil, in dem ich lebe und arbeite, ist einer mit hoher sozialer Durchmischung. Einfamilienhäuser wechseln sich etwa alle 500 Meter mit genossenschaftlichem und sozialen Wohnungsbau ab. Diese soziale Durchmischung ist es aber, die auf der Stadtteilebene eine niedrige Kaufkraft nahelegt.

Annahmen dieser Art müssen wohl zugrunde gelegen haben, als sowohl die Telekom als auch die hiesigen Stadtwerke bei der Einführung von DSL unseren wie auch den benachbarten Stadtteil auf unbestimmte Zeit ausklammerten.

Ein geografisches Informationssystem hätte bis auf Straßenebene herunterbrechen können, wo hohe und weniger hohe Kaufkraft vorhanden ist. Würde man die Daten mit dem Alter der Häuser in Privateigentum korrelieren, so könnte eine relativ hohe Altersstruktur vermutet werden. Die Altersstruktur legt aber auch einen baldigen Wechsel nahe, so dass bereits in einer Zeitspanne von 3 - 5 Jahren DSL ein Thema im Stadtteil werden könnte.

Noch etwas würde mit geografischen Informationssystemen, die in Echtzeit arbeiten, sichtbar: In dem Stadtteil werden seit einem Jahr alte Mietshäuser aus den 1950er Jahren abgerissen und durch neue, geräumige Wohnungen sowie Reihenhäuser ersetzt. Das heißt in der Folge, in dem Stadtteil findet ein sozialer Umbruch statt.

Aber nicht nur Telefon-Dienstleister, sondern auch Immobilien- und Bauwirtschaft, Gärtner oder soziale Dienste könnten aus diesen Daten neue Geschäftsmöglichkeiten recherchieren. Der Einzelhandel könnte anhand der genauen Daten sehen, ob der theoretische Einzugsbereich auch tatsächlich vorhanden ist. Denn breite Bundesstraßen, Flüsse oder Bahnlinien stellen noch immer Grenzen dar. Auch wenn Überquerungen möglich sind, stellen sie doch häufig Wahrnehmungsgrenzen dar.

GIS visualisiert Zusammenhänge

Eine Visualisierung legt es an den Tag: Die Auswahl eines Stadtteils nur nach Postleitzahlen würde die Tatsache ignorieren, dass ein Fluss den Bezirk trennt. Zwar gibt es zwei Brücken in der Nähe. Doch der Fluss ist eine Grenze im Kopf und damit im konkreten Verhalten.

Webbasiertes GIS-Angebot ermöglicht Einstieg auch für KMU

Bislang waren geografische Informationssysteme hauptsächlich in kommunalen Unternehmen (Wasser- und Elektrizitätsversorgung) und Unternehmen mit einer bestimmten Größe im Einsatz. Zu hoch waren die Vorab-Investitionen und laufenden Kosten, als dass der Kaufmann um die Ecke auch nur einen Gedanken an GIS verschwenden konnte.

Doch das wird sich möglicherweise bald ändern. Mit MapChart.com ist von Januar 2005 ein webbasiertes Geomanagementsystem am Markt, das von einem Geschäftsbereich der im Direktmarketing tätigen Unternehmensgruppe Walter in zweijähriger Arbeit entwickelt wurde.

Der Nutzer benötigt weder eine Software, noch muss er irgendwelche Ressourcen vorhalten. Mit dem webbasierten MapChart.com wird es möglich, dass ein Unternehmensgründer einmalig eine Datenanalyse tätigt, um seine Geschäftsidee auf gesichertere Zahlen stellen zu können. Dabei fallen einmalig Kosten an, die weit unter denen sind, die bislang bei vergleichbaren Lösungen anfallen. "Das sind dann eher 500 statt 15.000 Euro," konkretisiert Hans C. Marcher, Marketingchef von MapChart.com.

MapChart.com bietet auch die Möglichkeit, eigene Daten einzupflegen und die aggregierte Daten aufzuarbeiten. Die Daten werden in Echtzeit erstellt und können direkt mit Projektpartnern ausgetauscht werden. Das verringert den Zeitaufwand und vermeidet Medienbrüche für Analysen und Planungen.

Allen Projektbeteiligten können im Handumdrehen die gleichen visualierten Daten zur Diskussion bereitgestellt werden. Veränderungen können von den jeweiligen Partnern ebenfalls vorgenommen und direkt eingearbeitet werden.

Ist das Projekt abgeschlossen, kann der Nutzer entscheiden, ob er seine eigenen angereicherten Daten auf dem Marktplatz von MapChart.com kostenpflichtig oder kostenlos anbieten möchte.

Fazit

Auch wenn die Idee der Datenaufbereitung nicht ganz neu ist, verspricht die Art des Angebots auch kleinen Unternehmen neue Planungsmöglichkeiten für Geschäftsentwicklungen und ihr Marketing.

Mehr Infos zu MapChart.com

 

 

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