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11 Tipps, wie Sie Ihre E-Mail-Kampagne planen sollten

Von Karsten Büttner

Mal eben fünf Zeilen schreiben, Anzeigenplatz in einem Newsletter buchen und schauen, was passiert. Was ist das? Rausgeworfenes Geld. Wer ernsthaft E-Mail-Marketing betreiben will, muss eine Menge mehr können. Lernen Sie Schritt für Schritt, was nötig ist.

1. Definieren Sie Ihre Ziele

Als erstes legen Sie fest, was Sie mit Ihrer E-Mail-Kampagne erreichen wollen. Mögliche Ziele können zum Beispiel sein:

  • Neukunden gewinnen
  • Altkunden aktivieren
  • Interessenten finden
  • Branding betreiben
  • Gesprächstermin vereinbaren

Der Abverkauf einer Ware ist aus Sicht des Werbetreibenden sicherlich das naheliegendste Ziel.

Im allgemeinen ist es jedoch nur bei bestimmten Waren, Angebotskonstellationen und Zielgruppen möglich, direkt etwas über eine einzelne E-Mail-Anzeige zu verkaufen. Aber: Es kommt nicht nur darauf an, was für Leistungen oder Produkte Sie verkaufen.

2. Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe

Wen wollen Sie mit Ihrer Kampagne ansprechen? Sind eigentliche Ansprechpartner und Nutzer Ihres Produktes identisch oder verschieden? Die primären Ansprechpartner entscheiden zunächst einmal darüber, wie Ihre Kampagne ausgerichtet sein sollte. Geht es darum, ein neues Sicherheitssystem im Unternehmen zu installieren, wird in der Regel nicht auf der technisch-administrativen Ebene entschieden. Und doch ist Ihr erster Ansprechpartner zunächst einmal die EDV-Abteilung. Ihnen muss es nun gelingen, die EDV-Abteilung zu Fürsprechern Ihrer Lösung zu machen.

Haben Sie als Zielgruppe Entscheider, so geht es hier nicht darum, dass diese ein paar Euro sparen. Wenn Sie mit Ihrer Kampagne überzeugend aufzeigen können, wie Ihre Leistung dem Entscheider auf Dauer Zeit und Kosten sparen kann, stehen die Chancen nicht schlecht, dass Sie eine Punktlandung machen. Versuchen Sie in dem Fall vielleicht einen telefonischen Termin als Ziel, um wichtige Punkte und eventuelle Zweifel zu besprechen.

Etwas anders gelagert ist die Kommunikation, wenn Sie als erste Ansprechpartner das mittlere Management haben. Diese sind in der Regel stark an der Erhaltung ihres Jobs interessiert und auf Sicherheit bedacht. "Bloß keinen Fehler machen" ist die Devise - entsprechend muss Ihre Kampagne darauf ausgerichtet sein, Sicherheit zu vermitteln.

3. Binden Sie die E-Mail-Kampagne in eine langfristige Strategie ein

Was kommt nach dem Klick, was passiert mit denen, die nicht sofort die von Ihnen am allermeisten gewünschte Handlung vornehmen? Was tun Sie mit denen, die beispielsweise Ihren Newsletter abonnieren? Soll es kostenlose Zugaben geben? Setzen Sie auf Interessentengewinnung statt Abverkauf? Dann sollten Sie überlegen, wie Sie die Interessenten in welchem Zeitraum qualifizieren.

4. Legen Sie Ihre E-Mail-Maßnahmen fest

Überlegen Sie, mit welchen E-Mail-Marketingmaßnahmen - Newsletter-Anzeige oder Stand alone-Mail - Sie Ihre E-Mail-Kampagne bestreiten wollen.

Die Stand alone-Mail ist eine exklusive, an einen fremden E-Mail- Verteiler verschickte E-Mail. Diese Art des elektronischen Werbebriefs heißt Stand alone, weil sie als alleinstehende Mail ohne redaktionellen Rahmen, aber häufig an einen Newsletterabonnentenkreis, versandt wird. Sie ist in der Regel eine DIN A4-Seite lang und oft im Stil einer Website in HTML gestaltet. Der Preis der Stand alone-Mails liegt ein Vielfaches höher als für eine einfache, nicht-exklusive Newsletter-Anzeige. Dafür ist Klickrate oft wesentlich höher.

Während die Stand alone-Mail oft nur einmalig geschaltet wird, ist einer E-Mail-Marketing-Kampagne eigen, dass Anzeigen in Folge geschaltet werden. Das macht Sinn zum einen Sinn, weil erst ein mehrfacher Kontakt für Wahrnehmung und Vertrauen sorgt. Zum anderen ermöglicht die mehrfache Schaltung das Austesten verschiedener Texte oder Angebote.

5. Wählen Sie passende Newsletter aus

Wie finden Sie passende Newsletter? Unter http://www.viewdata.de bzw. http://www.newsletterverzeichnis.de finden Sie zum Beispiel eine Übersicht von elektronischen Publikationen.

(Nebenbei: dieser Service wurde von uns zum Januar 2005 übernommen. Wir bieten Ihnen in Kürze gezielt Dienstleistungen in diesem Bereich an.)

Sie können hier die Auflage, Werbemöglichkeiten, Preise und Probenewsletter einsehen. Lesen Sie mindestens den Probenewsletter.

Besser ist es, anhand des Archivs den Stil des Newsletters zu erfassen. Schreiben Sie entweder den Newsletterbetreiber an oder lassen Sie sich von Online-Marketing-Praxis beraten, welche Newsletter sich für Ihre Ziele eignen. Was Sie anhand des Verzeichnisses nicht sehen können: Wie regelmäßig kommt der Newsletter wirklich? Nutzt der Newsletter strikt doppeltes Opt-In oder besteht die Gefahr, dass "irgendwelche" Adressen im Verteiler sind?

6. Texten Sie Ihre Newsletter-Anzeige(n) oder Stand alone-Mails

Wenn Sie aus 1.000 Klicks 6 Käufe generieren, ist das vielleicht für Sie gar nicht schlecht. Doch: was ist mit den restlichen 994 Besuchern? Viele Unternehmen verschenken gerade hier Potenzial, indem sie die 994 Klickenden als uninteressiert abschreiben. Doch es gibt oft Gründe, nicht spontan zu kaufen.

Also: sorgen Sie dafür, dass möglichst viele Interessenten Sie in Erinnerung behalten. Wo das traditionelle Direktmarketing den Taschenkalender, Kugelschreiber oder ähnliche "Keeper" verwendet, können Sie mit digitalen Gegenstücken arbeiten: E-Books, Rechenprogramme für spezielle Anwendungen, praktische Softwareanwendungen.

7. Definieren Sie Testelemente

Legen Sie fest, welche Teile Ihrer Kampagne Sie testen wollen. Für gewöhnlich sind das bei der Anzeige die Kopfzeile (Headline), das Angebot. Bei der nachgeordneten Landeseite werden Sie neben Kopfzeilen, Zwischenüberschriften, Textvarianten und -längen vielleicht verschiedene Preise austesten wollen.

8. Split-Run-Test

Nichts ist so gut, dass es nicht noch verbessert werden könnte. Und E-Mail-Kampagnen gehören garantiert dazu. Testen Sie beispielsweise die Kopfzeilen Ihrer E-Mail-Kampagne und Angebote vorab mit Suchmaschinenmarketing.

Das spart Ihnen Zeit beim Austesten von E-Mails. Landeseiten - die spezifisch auf die Anzeige hin geschriebenen Seiten - können in verschiedenen Varianten parallel getestet werden. Verschiedene (US-amerikanische) Software kann dafür bequem genutzt werden. Achten Sie dabei darauf, die Tests auch lange genug durchzuführen. Scheinbar eindeutige Ergebnisse können auf längere Sicht umschlagen. Ein Beispiel für eine derartige Software ist Offermatica (http://www.offermatica.com)

9. Erfolgskontrolle

Ohne Erfolgskontrolle machen Sie Marketing im Blindflug. Das heißt, Sie werfen aller Wahrscheinlichkeit nach sehr hohe Werbeausgaben zum Fenster hinaus.

10. Landeseite

Jede Anzeige, die einen anderen inhaltlichen Schwerpunkt hat, sollte eine eigene Landeseite haben. Im besten Fall nimmt Ihre Landeseite den Anzeigentext auf, führt die Idee weiter. Nochmals: niemals verweist eine Anzeige auf die Startseite ("Homepage").

Eine Landeseite arbeitet in der Regel mit einer reduzierten Navigation. Sie verfolgt nur ein Ziel. Das kann der Abverkauf eines Produktes sein, das Abonnement eines Newsletters, der Download einer kostenfreien Software, die Anforderung weiterer Informationen. Ziel sollte sein, von möglichst vielen Interessenten die E-Mail-Adresse zu erhalten. Die Anzeige soll Aufmerksamkeit wecken, die Landeseite hat als primäres Ziel, möglichst viele Interessenten zu sammeln.

11. Planen Sie die nächsten Schritte nach dem Klick

Antizipieren Sie, was passieren kann. Halten Sie für die verschiedenen Szenarios - Kampagne ist erfolgreich, Kampagne ist nicht erfolgreich - Handlungsschritte bereit. Geben Sie nicht zu schnell auf. Marketing besteht zu einem großen Teil aus systematischen Testen. Legen Sie auch fest, wie Sie Ihre Interessenten qualifizieren wollen.

 

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