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Trends und Entwicklungen

Bezahlsystem Google Checkout geht an den Start

Von Karsten Büttner

Mit einem kompletten Bezahlsystem tritt Google gegen eBays PayPal an. Vorerst nur in und für die USA aufgesetzt, wird das Bezahlsystem wohl Europa und Deutschland mit der üblichen Verzögerung erreichen. Welche Bedeutung und Folgen wird Google Checkout für hiesige Online-Händler haben?

Google Checkout ist der bislang fehlende Baustein, der den Google-Kreis von Suchen, Finden und Kaufen schließt. Google Checkout vereinfacht den Verkaufsvorgang und bietet für Käufer und Verkäufer Sicherheiten. Das Bezahlsystem richtet sich insbesondere an Adwords-Kunden, die in ihren Anzeigen mit dem Google Checkout-Logo werben können. Darüberhinaus kann es aber auch genutzt werden, ohne dass Adwords gebucht werden. Die Systemintegration reicht von einfachen Ausschneiden-und-Kopieren- Lösungen bis komplexen API-Lösungen für bereits bestehende Shops.

Wie Google Checkout für den Käufer funktioniert

Wer in der Suchmaschine Google auf Adwords-Anzeigen stößt, wird wohl künftig vermehrt "Google Checkout"-Logos in Form eines kleinen grünen Einkaufswagens vor der Webadresse sehen. Dieses signalisiert dem Käufer, dass er dort sicher und einfach einkaufen kann. Während sich ein Käufer für gewöhnlich auf unterschiedliche Kassensysteme einlassen muss, findet er mit Google Checkout eine immer wiederkehrende Struktur. Der Käufer gibt seine persönlichen Daten einmal ein, kauft er bei diesem oder einem anderen Händler ein, der das Google Checkout-System nutzt, werden seine Daten übernommen.

Wie Google Checkout für den Verkäufer funktioniert

Der Verkäufer eröffnet bei Google ein Konto. Wer bereits Adwords nutzt, hat einen verkürzten Anmeldeprozess.

Google stellt dann drei Möglichkeiten bereit, das Bezahlsystem zu integrieren:

1. "Checkout"-Knopf kopieren: Wer keinen Warenkorbsystem benötigt, also nur ein Produkt verkauft, kann einfach den von Google bereit gestellten Code auf der entsprechenden Verkaufsseite einfügen. Alles weitere wird durch Google automatisiert. Außer rudimentärem HTML-Wissen (wo muss/darf der Code hinkopiert werden) sind keine Kenntnisse erforderlich.

2. Integration durch E-Commerce-Partner. Google kooperiert mit großen Shopsoftware-Anbietern, die die Integration einfach ermöglichen.

3. Integration über Schnittstelle. Google stellt eine sogenannte API(Application Programming Interface) bereit, die die Anbindung vorhandener Shopsoftware ermöglicht.

Google Checkout ermöglicht es, die gängigen Bezahlverfahren inklusive Kreditkarten-Abrechnungen zu integrieren.

Was sind die zentralen Vorteile für Käufer

Käufer werden es zu schätzen wissen, dass ihre Daten nur einmal erfaßt werden müssen. Wenn sie bei mehreren Shops, die das Google Checkout-Logo tragen, einkaufen, müssen sie ihre persönlichen Daten nur einmal eintragen.

Egal, in wievielen Online-Shops (mit Googles Bezahlsystem!) der Käufer unterwegs ist, die Einkäufe werden zentral gespeichert und können jederzeit eingesehen werden.

Mit der Bezahllösung ist außerdem ein Bewertungssystem verbunden, in dem der Kunde seine Kauferfahrungen hinterlassen kann.

Was sind die zentralen Vorteile für Verkäufer

Die Integration von Google Checkout ist recht simpel. Wer jemals einen Online-Shop eingerichtet hat, weiß um die teils zeitaufwändige Integration von Bezahlsystemen. Angefangen von der Auswahl der entsprechenden Lösung, über die Integration des Prozesses bei der Hausbank, den Abschluss verschiedener Verträge, bis hin zur technischen Implementierung im Shopsystem können Wochen vergehen.

Im einfachsten Fall - der Händler verkauft nur wenige Produkte - reicht es nach dem Anlegen eines Kontos bei Google, einen Code einzukopieren. Die Eröffnung eines virtuellen Ladens ist heute also nur noch eine Sache von Stunden.

Google Checkout bietet dem Händler zudem die Möglichkeit, Coupons auszugeben. Die Integration dieser verkaufsfördernden Maßnahme dürfte einen zusätzlichen Vorteil gegenüber vielen herkömmlichen Lösungen bieten.

Durch Googles Branding wird eine hohe Bekanntheit der Bezahllösung erreicht.

Durch das integrierte Sicherheits- und Garantiesystem für Käufer und Verkäufer wird die Akzeptanz erhöht und können potenziell mehr Käufe getätigt werden.

Die Kosten pro Transaktion betragen bei Google 2 % vom Umsatz und 20 Cent pro Transaktion. PayPal verlangt für seinen Service 1,9 Prozent plus 30 Cent vom Verkäufer. Wer jedoch Google Adwords nutzt, dem werden pro 1 US-Dollar für Adwords 10 US-Dollar ohne Transaktionsgebühr angerechnet.

Wer keine eigene Website hat, kann trotzdem über Adwords verkaufen. Google ermöglicht über eine für den Händler kostenfreie Website zu verkaufen. Der Händler gibt formulargesteuert die zentralen Daten für sein Produkt ein, alles andere erledigt Google.

Welche Problematiken ergeben sich speziell in Deutschland?

Nun ist das Bezahlsystem Google Checkout zunächst einmal nur in den USA erhältlich. Für Europa und Asien laufen nach Angaben von Google die Planungen, ohne dass es dafür konkrete Termine gibt. Problematisch aus Sicht des deutschen Datenschutzes: Google kann mit seiner Toolbar und den entsprechenden Kaufinformationen umfangreiche Kundenprofile zusammenfügen.

Was bedeutet Google Checkout für den elektronischen Handel?

Mit Google Checkout entsteht neben Paypal ein weiteres Bezahlsystem, das den elektronischen Handel auf der technischen Ebene weiter vereinfacht. Mußten etwa im Jahr 1998 noch rund 5.000 Euro allein für Shopsoftware-Lizenzen bezahlt werden und war die Integration zeit- und kostspielig, sind diese Einstiegshürden in den virtuellen Handel heute komplett weggefallen. Das heißt, dass mit den geringen Investitionen auch die Risiken zumindest bei der technischen Bereitstellung gesunken sind.

Durch Google Checkout - das nach Meinung von Branchenkennern auf längere Zeit mit Verlusten arbeiten wird - dürften die anderen Anbieter Yahoo, Miva und MSN dennoch unter Druck geraten. Denn Adwords haben damit einen weiteren Wettbewerbsvorteil erlangt. Yahoo hat jedenfalls in den USA schon reagiert und wird mit PayPal kooperieren.

Fazit

Für Händler und Käufer ergeben sich mit dem Bezahlsystem Google Checkout eine Reihe Vorteile. Die größten Vorteile für beide Seiten dürften sein: Einfachheit und Sicherheit. Zu lösen sind datenschutzrechtliche Herausforderungen.

 

 

 

 

 

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