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ein Haushaltswarengeschäft mit dem Internet neue Kunden findet
Wie ein Haushaltswarengeschäft mit dem Internet neue Kunden
findet
Von Karsten Büttner
Aller
Orten hört man Klagen von Einzelhändlern über rückläufige Geschäfte
und sieht Geschäftsschließungen in den Innenstädten. In das Klagelied
wollten die Schleenbäckers mit ihrem Haushaltswarengeschäft in
Bad Vilbel nicht einstimmen und haben stattdessen seit 2001 zusätzliche
Vertriebswege über das Internet gesucht. Mit Erfolg.
Angefangen hat alles 1958 mit einem klassischen Haushaltswarengeschäft.
Man kennt es: ob Porzellan-service, Säge oder Leiter - hier bekommt
man so ziemlich alles, was man im Haus braucht.
Doch die allgemeine wirtschaftliche Situation machte auch vor
Schleenbäcker nicht halt. Dem ebenso gängigen Trend Jammern und
anderen die Schuld zuweisen wollte man in Bad Vilbel aber nicht
folgen. Mit dem Junior Thorsten Schleenbäcker wagte sich das Einzelhandelsgeschäft
ins Internet. Unter dem Namen "buyandbehappy"
startete 2001 das Internetgeschäft. Seitdem erfährt der Shop ein
gleichmäßiges Wachstum.
Fragt man Thorsten Schleenbäcker nach den Erfolgsfaktoren für
das Geschäft, muss er nicht lange überlegen:
"Als erstes: Wir haben Erfahrungen im stationären Handel. Das
heißt, wir kennen unsere Waren und wissen, was unsere Kunden wollen."
Ganz ohne Frage spielt bei der Internetpräsenz auch eine Rolle,
dass es dort in Bad Vilbel ein wirkliches Ladengeschäft gibt.
Auch wenn es für den Kunden aus Flensburg oder München nicht wirklich
eine Überlegung ist, ins hessische Bergland zu fahren, um eine
Kaffeemaschine zu kaufen - der psychologische Faktor, dass dort
ein bodenständiges Geschäft ist, sorgt für Vertrauen.
Waren- und Kundenkenntnis sind zwar eine gute, sogar eine sehr
gute Voraussetzung für den Handel im Internet, aber keineswegs
eine ausreichende Basis. Haben die Schleenbäckers beim Online-
Marketing einfach alles richtig gemacht?
Über die Hürden und Irrwege spricht Thorsten Schleenbäcker nicht.
Weniger aus Scham oder Angst schlecht dazustehen. "Man testet
und findet heraus, was funktioniert und was nicht", sagt er.
Handwerk statt Hype
Es ist dieser Pragmatismus und das Grundvertrauen in das Geschäft.
Thorsten Schleenbäcker sieht das Internet als einen zusätzlichen
Vertriebskanal, der mit etwas anderen Regeln läuft als das stationäre
Geschäft. Und diese Regeln lassen sich lernen.
Eine dieser neuen Regeln war, Preissuchmaschinen zu nutzen. Vielen
Kaufleuten sind Preisvergleiche ein Gräuel. Wer jedoch im Internet
bestehen will, muss die speziellen Marktmechanismen kennen. Die
Konsequenz: Entweder man versucht, exklusiv und damit unvergleichbar
zu sein oder stellt sich dem Preiskampf.
Doch jenseits der Vertriebskanäle sehen Vater und Sohn Schleenbäcker,
dass es "letztlich nur um Kunden, Waren, Umsätze" geht. Es ist
vielleicht der nüchterne Blick, der das Unternehmen grundsolides
Marketing betreiben läßt.
Hellwach werden neue Trends beobachtet. Nie wird alles auf eine
Karte gesetzt, sondern hübsch der Reihe nach getestet, für gut
befunden oder verworfen.
Was aber hat Thorsten Schleenbäcker nun konkret gemacht?
1. Preisvergleichs-Sites und Shopportale
Die Listung in Preisvergleich-Sites und auf Shopportalen bringt
dem Internetshop buyandbehappy offenbar am meisten Kunden. Dabei
nutzen die Schleenbäckers gleich mehrere Preisvergleichs-Sites.
Für den Shop ist das eine sichere Investition. Denn ähnlich wie
Suchmaschinenanzeigen wird hier erfolgsorientiert abgerechnet.
Der Klick eines Interessenten beträgt durchschnittlich 15 Cent.
Die Konversionsrate des Shops liegt über dem Branchendurchschnitt.
2. Vermarktung über Partner-Programm
Mit Adbutler hat buyandbehappy ein "optimales Affiliateprogramm"
gefunden, das dem Laden vor allem eines bringt: Aufmerksamkeit.
Die Partner von buyandbehappy schalten in der Regel Banner auf
ihren Websites und erhalten 3 Prozent vom getätigten Umsatz.
Zwar werden nur mit rund fünf Prozent gute Umsätze erzielt, doch
wichtiger als die Umsätze ist für buyandbehappy die Streuung der
Marke. Und tatsächlich: Wer erst einmal auf den Namen aufmerksam
wurde, wird bei Haushaltsartikeln immer wieder auf ihn stoßen.
Das Affiliate-Programm wird also auch zum Markenaufbau genutzt.
3. Shop-Zertifizierung
Erst nach zwei Jahren haben sich die Schleenbäckers entschlossen,
den Shop zertifizieren zu lassen. So wie die Kaufleute auf mehrere
Preisvergleichs-Sites setzten, verteilten sie auch die Vertrauensstrategie
auf drei Zertifizierungen. Das bekannteste Siegel davon ist die
Trusted Shop-Garantie.
Diese Zertifizierungen bescherten ihnen ein Drittel mehr Kunden.
Damit machten sie die Zertifizierungskosten in kürzester Zeit
mehr als wett. Ein besonders markantes Zeichen für den Wert der
Zertifizierung sieht Thorsten Schleenbäcker darin, dass die Zahl
derer, die Vorauskasse leisten, stark gestiegen ist.
4. Newsletter
Natürlich, ein Newsletter durfte nicht fehlen. Wie könnten die
Shopbetreuber sonst Kunden aktiv ansprechen und zu wiederholten
Käufen animieren? Der Newsletter ist allerdings das einzige Instrument,
wo Thorsten Schleenbäcker hörbar unzufrieden ist. Die Öffnungs-
und Klickraten sind ihm zu wenig. "Da haben wir sicherlich Verbesserungsbedarf",
sagt er selbstkritisch.
Gleichzeitig weiß Schleenbäcker junior natürlich, dass das Unternehmen
in einem ungeheuren Kraftakt gerade das Shopsystem umgestellt
hat und damit Kräfte gebunden waren.
5. Shopsystem
Seit 2001 nutzte buyandbehappy GS-Builder. Dieses erwies sich
aber im Laufe der Zeit in Bezug auf Pflege, Flexibilität und Service
als zu schwerfällig.
Nach langer Suche entschieden sich die Schleenbäcker schließlich
für oxid-esales. Damit
konnte buyandbehappy nicht nur einfacher verwaltet werden. Sein
modulares System bietet den Kaufleuten flexible Erweiterungen
um digitale Gutscheine oder einen Wunschzettel.
6. Wunschzettel
Die Idee des Wunschzettels kommt aus dem stationären Handel. Hochzeitstische
sind ein gutes Vermarktungsinstrument, um einerseits den Heiratenden
bequem die Wunschgeschenke verwalten zu lassen, andererseits möglichst
viel Kaufkraft auf das eigene Geschäft zu lenken. Mit dem Wunschzettel
wird der Hochzeitstisch virtualisiert und auch auf andere Anlässe
ausgedehnt.
Das Verfahren dafür ist simpel. Der zu Beschenkende legt eine
Wunschliste an und informiert seinen Freundes-, Verwandten- und
Bekanntenkreis. Diese suchen sich das passende Geschenk aus der
Wunschliste aus. Automatisch wird dieses gestrichen, so dass doppelte
Geschenke ausgeschlossen werden können.
7. Erfolgskontrolle
Wer verschiedene Marketingmittel einsetzt, sollte natürlich auch
wissen, was für wieviel Erfolg verantwortlich ist. "Selbstverständlich
messen wir, woher die Klicks kommen", sagt Thorsten Schleenbäcker.
"Mit etracker haben wir für uns eine passende Lösung gefunden,
ausreichend Daten in leicht lesbarer Form zu bekommen." So weiß
der Juniorchef, dass die Vermarktung via Preissuchmaschinen zwar
ganz schön ins Geld geht, aber in puncto Konversion im Vergleich
zu anderen Marketingmitteln gut dasteht.
Fazit
Das Beispiel buyandbehappy.de zeigt einmal mehr, dass ein Internet-Unternehmen
auch ohne Wagniskapital und innovatives Design erfolgreich werden
kann.
Denn Schleenbäckers buyandbehappy.de ist keineswegs ein glamouröses
Vorzeigestück, bei dem Webdesigner in Verzückung geraten und Texter
neidvoll schielen. Was den Shop auszeichnet, ist seine Transparenz,
Funktionalität und Kundenorientierung.
Lesen Sie dazu auch Wie
gut lassen sich Kunden über Preisvergleichs-Suchmaschinen finden?
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