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5 Unterschiede zwischen B2B- und B2C-Marketing und die Konsequenzen
für das Online-Marketing
Die 5 Unterschiede zwischen B2B- und B2C-Marketing und die Konsequenzen
für das Online-Marketing
Von Karsten Büttner
Vordergründig
besteht zwischen dem Marketing an Geschäfts- und Privatkunden
kein Unterschied. Man vermarktet auch im B2B an Menschen, nicht
an anonyme Institutionen. Dennoch gibt es in der Disposition der
beiden Zielgruppen erhebliche Unterschiede, die eine andere Herangehensweise
im (Online-) Marketing nach sich ziehen. Nehmen wir als Beispiel
die IT- Industrie, die Produkte und Dienstleistungen für andere
Unternehmen erstellt.
1. Der B2B-Kunde will und muss kaufen
Grob vereinfachend sind die Kauf- beziehungsweise Verkaufssituationen
im Endkunden- und Geschäftskundenbereich so zu beschreiben:
Betrachten wir die Verkaufssituation im Endkundenbereich, so handelt
es sich zumindest bei einer Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen
um solche, die nicht unbedingt lebensnotwendig sind.
Im geschäftlichen Bereich jedoch müssen Investitionen getätigt
werden, die erforderlich sind, um ein Unternehmen profitabel zu
halten.
2. B2B-Kunden benötigen unterschiedliche Entscheiderinformationen
Auch wenn Entscheidungen realistischerweise durch unser limbisches
System gesteuert sind, so ist der Entscheidungsgang im privaten
und geschäftlichen Zusammenhang anders. Während ein Endkunde noch
"aus dem Bauch" heraus und spontan entscheidet, sind die Wege
zu einer Entscheidung im Geschäftsbereich nicht nur formalisierter
und in der Regel von verschiedenen Personen abhängig.
Geht es um Kaufentscheidungen, hat der Verkäufer mit den unterschiedlichen
Dispositionen der Betroffenen zu tun. Der Einkäufer will nichts
falsch machen und ist auf Risikominimierung aus. Der Manager ist
an einer möglichst profitablen Lösung interessiert. Das heißt
für ein Unternehmen, das Software anbietet, Informationen bereit
zu stellen, die den unterschiedlichen Anforderungen der Entscheider
nahekommen.
Das ist der Grund, warum es eine hohe Kunst ist, in einem White
Paper die Entscheiderinformation (Executive Summary) mit einer
anderen Botschaft zu versehen als das restliche, an den Einkäufer
gerichtete Papier.
3. Mehrstufiger Prozess
Während es im Endkundengeschäft tendenziell darum geht, mit der
Bewerbung bereits den Verkauf einzuleiten, ist der Weg im IT-
Marketing wesentlich länger. Da es in der Regel um die Investition
hoher Summen geht, findet der Verkauf in verschiedenen Stufen
statt.
Ist ein Interessent identifiziert worden, so geht es im IT- Marketing
darum, diesen zu qualifizieren. Broschüren und White Paper sind
in diesem Zusammenhang ein gängiges Marketinginstrument. Ein erstes
Verkaufsgespräch, eine Präsentation und - bei Standardprodukten
- eine 30-Tage- Testversion schließen sich an. Erst dann wird
ein Angebot erstellt. Je nach Dringlichkeit und Größe des Projektes
dauert der Prozess zwischen wenigen Wochen bis mehrere Monate.
Das heißt: es gibt auch klar zu definierende Zwischenziele, was
erreicht werden soll.
4. Komplexe Produkte
Ob es sich um die Einführung von SAP oder den Aufbau eines Online-Shops
für ein Unternehmen handelt, selten geht es um einfache Produkte.
Die zu kaufende Lösung greift in der Regel in bestehende Prozesse
ein, muss in vorhandene Systeme integriert werden, hat Folgen
für Abläufe in Unternehmen. Diese müssen beim IT-Marketing bedacht
werden. So reicht es nicht, technische Features anzuführen. Vielmehr
muss zum Beispiel beim Einrichten eines Online-Shops auch die
Synchronisation von Datenströmen thematisiert werden.
5. Vielfältige Einflüsse
Investitionen über die Einführung von SAP werden selten von einer
Person alleine getroffen. Impulskäufe sind in diesem Bereich absolut
zu vernachlässigen. Erfolgreiches IT-Marketing muss den Endnutzer
der Lösung, den technischen Administrator, den Einkäufer und die
Geschäftsleitung gleichermaßen im Auge haben und für die einzelnen
Zielgruppen unterschiedliche Informationen bereit stellen.
So muss den Anwendern die Angst genommen werden, dass das einzuführende
System schwer zu lernen ist. Der technische Administrator will
hören, dass eine Integration mit bestehenden Systemen unproblematisch
ist, der Einkäufer muss wissen, dass er die richtige Auswahl getroffen
hat, die Geschäftsführung will unter dem Strich eine Lösung, die
mehr Profit bedeutet.
Fazit
B2B-Marketing findet unter anderen Rahmenbedingungen statt, Mehr
Entscheider, komplexere Situationen und längere Zeiträume kennzeichnen
insbesondere das IT-Marketing. Das heißt, die Kommunikation ist
gekennzeichnet durch klar definierte Stationen in einer Verkaufsspirale:
Identifizierung von Interessenten, Qualifizierung, Erfassen der
Fragestellung, Präsentation eines Lösungsansatzes, Vermittlung
an verschiedene Entscheider. Online- Marketing spielt in diesem
Zusammenhang eine unterstützende Rolle, trägt aber nur mittelbar
als ein Baustein in der Gesamtkommunikation eine Rolle.
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