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Pressegespräch und Pressekonferenz
Wie Sie Pressegespräch und Pressekonferenz optimal nutzen
Von Klemens
Wanke
Im
Kontakt mit der Presse gibt es einiges an Regeln zu beachten.
In diesem Beitrag können Sie lesen, wie man es richtig macht.
In der ersten Folge der Reihe Online-PR habe ich die Unterschiede
von PR und Werbung erläutert, im zweiten Teil ging es um
das meistbenutzte Instrument der Öffentlichkeitsarbeit, die
Pressemeldung. Heute möchte ich einen weiteren probaten Baustein
der PR vorstellen, Pressegespräch und Pressekonferenz.
Zu kommen muss sich lohnen
Wer die Presse informieren möchte, um anschließend
positiv dargestellt zu werden, muss einen nachvollziehbaren Grund
haben, wenn er Medienvertreter zu einem Gespräch oder einer
Konferenz einlädt. Wenn nicht, kommt im besten Fall kein
Journalist, im schlechtesten gibt es eine negativen Bericht oder
bei nächster Gelegenheit eine entsprechende Anmerkung.
Das Gespräch mit der Presse gehört zu den klassischen
Instrumenten der Öffentlichkeitsarbeit. Im direkten Dialog
kann am besten Verständnis geweckt und Vertrauen erworben
werden. Auch hier gilt: Weniger ist mehr, einmal pro Jahr reicht.
Anders gestaltet sich diese Empfehlung, wenn Kapitalgesellschaften
quartalsweise informieren müssen. Aber das ist ein Extra-Kapitel.
Ganz wichtig: Der Anlass muss stimmen. Ob Beteiligung
an einer Messe, Inbetriebnahme oder Schließung einer Betriebsstätte,
Vorstellung eines Neuprodukts oder Abschluss des Geschäftsjahres
- es muss ein Thema mit Nachrichtenwert sein - sonst kommen die
Journalisten erst gar nicht.
Zu einer kleinen und mittelgroßen Firma strömen die
Medienvertreter nur, wenn sie etwas ganz Wichtiges mitzuteilen
hat. Dann darf es auch eine Pressekonferenz sein mit vielen Gästen,
mehreren Referenten und einem Rahmenprogramm.
Klein, aber fein
Ein Pressegespräch findet im kleinen Kreis statt. Entweder
im Unternehmen, damit die Gäste auch etwas besichtigen können,
falls es passt. Sonst immer an einem zentralen, gut erreichbaren
Ort. Am besten in einem Hotel/Restaurant, damit der Bewirtungsservice
gewährleistet ist.
Dabei gilt:
- Erfrischungsgetränke, Kaffee und Tee immer,
- Alkohol nur zu einem Essen.
- m Wenn ein Imbiss gereicht wird oder die Gäste sogar
abschließend zu einem Essen eingeladen werden, sollte
das in der Einladung stehen. Ein Essen bietet auf jeden Fall
die günstige Gelegenheit, "zwanglos" zu plaudern
und eine persönliche Atmosphäre zu schaffen.
Presseveranstaltungen sollten dienstags, mittwochs oder donnerstags
stattfinden, nicht in Wochenendnähe. Am besten um 11 Uhr
oder um 15 Uhr beginnen. Der Informationsteil sollte möglichst
nicht länger als eine Stunde dauern: Journalisten haben meistens
mehrere Termine an einem Tag zu absolvieren.
Rechtzeitig vorbereiten, rechtzeitig einladen
Die Arbeit beginnt schon Monate vorher! Es müssen Thema,
Termin, Ort, Rahmen und Teilnehmer festgelegt werden. Die Einladung
ist frühzeitig zu verschicken: Je aktueller das Medium, desto
kurzfristiger darf eingeladen werden: Fachzeitschriften sollten
die Einladung vier bis sechs Wochen, die Tagespresse zwei bis
drei Wochen vorher auf dem Tisch haben. Zusätzlich eine Erinnerung
2-3 Tage vor der Veranstaltung einplanen.
Die Einladung enthält folgende Angaben:
- Veranstalter
- Anlass
- Datum
- Zeitpunkt und voraussichtliche Dauer
- Ort der Veranstaltung, ev. Beschreibung des Anfahrwegs, Hinweis
auf Parkmöglichkeiten.
Der Einladung eine Antwortkarte beilegen, auf der Teilnahme oder
Verhinderung und Wunsch nach Informationsmaterial angekreuzt werden
können. Adressaten, die sich zwei Woche nach Erhalt der Einladung
noch nicht gemeldet haben, werden telefonisch noch einmal auf
den Termin hingewiesen und ihre Teilnahme erfragt.
Pressemappen
Auch wenn die wichtigsten Informationen mündliche gegeben
werden sollen und in einem Gespräch weitere Details genannt
werden, müssen Pressemappen vorbereitet und produziert werden.
Sie sollen dem Journalisten die Arbeit erleichtern, wenn er die
Meldung schreibt. Außerdem informiert er diejenigen, die
an der Veranstaltung nicht teilnehmen konnten. Deshalb enthält
die Pressemappe alle wichtigen Fakten, über die informiert
wurde:
- Deckblatt
- Teilnehmerliste mit Vor- und Zunamen der teilnehmenden Firmenvertreter
sowie der voraussichtlich teilnehmenden Journalisten
- Firmendatenblatt mit Stichworten der Firmengeschichte und
-struktur
- Pressemeldung zum Anlass passend
- Hintergrundartikel
- Foto-/Illustrationsmaterial
Falls Reden gehalten werden, gehören die Texte ebenfalls
in die Pressemappe. Vor der Veranstaltung werden die Mappen verteilt:
Journalisten blättern gerne vorher darin und machen sich
Notizen. Ein Notizblock und ein Schreibgerät als kleines
Präsent "schaden" nicht. Namensschilder sollten
vorbereitet werden, die sich jeder mit an seinen Platz nimmt.
Die Wichtigsten stehen Rede und Antwort
So gut wie möglich sollte man sich auf mögliche Fragen
vorbereiten. Auch die Reihenfolge der Redebeiträge wird vorher
festgelegt. Der Chef persönlich eröffnet die Veranstaltung.
Er kann sie auch selbst leiten und läßt Fachthemen
von Spezialisten behandeln.
Nicht mehr als fünf Personen sollten auf dem Podium/am Tisch
sitzen. Charme und Persönlichkeit gehören dazu, um einen
Spannungsbogen aufzubauen. Wie gesagt: Nach einer Stunde sollte
das Wichtigste gesagt sein. Eine Diskussion kann sich anschließen,
falls nötig. Auf jeden Fall steht die Firmenspitze für
Fragen zur Verfügung. Keine Frage darf ohne Antwort bleiben!
Selbst wenn man bestimmte Dinge nicht sagen möchte, sollte
man sich vorher eine Formulierung oder Floskel dafür überlegt
haben.
Nach der Veranstaltung ist vor der (nächsten) Veranstaltung
Je mehr Medien über die Veranstaltungen berichten, desto
besser. Genauso wichtig ist aber, einen guten Kontakt zu den Medienvertretern
aufgebaut zu haben. Sie sollten mit der Gewissheit nach Hause
fahren, etwas Interessantes von einem Unternehmen erfahren zu
haben, das die Öffentlichkeit gerne und regelmäßig
informiert.
Am besten verspricht die Firma gleich am Schluss der Veranstaltung,
im nächsten Jahr wieder einzuladen. Ebenso gilt: Lieber morgen
anfangen, als heute noch lange und zu gründlich planen.
Hilfe, jetzt wird's konkret
Die hier geschilderten Beispiele sind nur zwei von vielen Instrumenten
der modernen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Je nach Zielgruppe
empfehlen sich auch ganz andere Mittel. Wer mehr dazu wissen möchte,
findet viel Literatur in Buchläden und Büchereien.
Natürlich warten auch fähige Agenturen und unabhängige
Berater (wie ich) auf interessante Aufgaben und neue Aufträge.
Ob Sie diese wichtige Arbeit selbst machen oder Spezialisten beauftragen,
hängt vom persönlichen Zuschnitt ab. Ganz billig ist
professionelle Pressearbeit nicht zu haben: Orientieren Sie sich
bei den Stundensätzen am Honorar Ihres Steuerberaters, dann
erleben Sie keine unangenehme Überraschung. Dafür können
Sie aber auch professionelle Arbeit verlangen.
Wer viel Geld von Ihnen "nur" dafür verlangt,
dass er "Jubelnachrichten" in der Boulevardpresse unterbringt,
ist ein Scharlatan: Schlechte Nachrichten finden immer den Weg
in die Medien, gute, nützliche und spannende Informationen
nimmt jede Redaktion gerne auf - sie sucht leider selten direkt
danach! Deshalb gilt: PR ist Bringschuld!
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