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Wie Sie Öffentlichkeitsarbeit im Internet betreiben.
Online-PR Teil 1

Von Karsten Büttner

Ein Teil des Marketings Ihrer Website kann und sollte über Öffentlichkeitsarbeit geschehen. Sie ist kein schneller Weg, sondern der langsam ausgerollte Teppich, auf dem Sie später gehen werden. Öffentlichkeitsarbeit - der englische Begriff Public Relations beschreibt es deutlicher - stellt Beziehungen her. Beziehungen zu Multiplikatoren, die in der Lage sind, Sympathie zu erzeugen und Vertrauen zu erwecken.

Natürlich sollen Sie dieses mit jeder Ihrer Handlungen tun, aber es ist doch was anderes, wenn Sie selbst behaupten, dass Ihr Unternehmen einfach klasse ist oder wenn das jemand anders über Sie sagt. Und das ist ein Ziel der Öffentlichkeitsarbeit.

Öffentlichkeitsarbeit kann im Internet sehr effektiv und erfolgreich gestaltet werden, wenn bestimmte Eigenheiten des Mediums Internet und seiner Nutzer beachtet werden. In dieser und der folgenden Newsletter-Ausgabe werden wir uns diesem Thema widmen. Heute geben wir Ihnen einen kurzen Überblick, wie Online-PR arbeitet.

Wie Sie Online-PR seriös betreiben

Online-PR, wenn sie seriös betrieben wird, sortiert wie die "herkömmliche" PR vorab die Redaktionen danach, ob deren Veröffentlichung die gewünschten Zielgruppen anspricht. Auch wenn es technisch kein Problem ist, die Meldungen an zig Tausend Redaktionen zu verschicken, lassen Sie es sein. Was, bitte sehr, macht die Bravo-Redaktion mit dem Thema "Wie Sie Ihre Insolvenz meistern", wenn deren Zielgruppe eher mit Pickeln zu kämpfen hat?

Wieso? Kostet doch nichts

Es kostet Ihr Unternehmen den guten Ruf und ganz schnell wird der Redakteur mit einem einfachen Filter dafür sorgen, dass Meldungen von der Gross-Sprecher-Firma.de einfach nicht mehr ankommen. Und der Absender merkt's nicht einmal. Kurz gesagt: Wer seine Pressemitteilungen wahllos versendet, um irgendwo gedruckt zu werden, betreibt Spam.

Wie unterscheidet sich Online-PR von herkömlicher PR?

Kurz-Kontakt

Insbesondere die Ansprache der Journalisten ist bei gut betriebener Online-PR eine andere. Während es im Print-Bereich eher üblich ist, gleich alle Unterlagen zu schicken, nutzt Online-PR die alte Journalisten-Formel: So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Online-PR beginnt mit einem Teaser, der lediglich die wichtigsten W-Fragen beantwortet. Dann folgt der Verweis auf weitere Informationen auf der Website bzw. auf einen Autoresponder. Mit diesem Vorgehen können Sie bei Journalisten Pluspunkte machen, weil Sie diese nicht mit Informationen zuschütten.

Die wesentlichen Informationen sollten auf Ihrer Website stehen, aber auch über Autoresponder erhältlich sein. Denn denken Sie daran, dass trotzdem Print-Magazine Online-Ausgaben herstellen, nicht alle Journalisten freien Zugang zum Internet haben und grenzenlos Material herunterladen können. (Übrigens sprechen wir hier nicht über ein exotisches Land, sondern Deutschland.) Wir hoffen zwar, dass sich diese Verhältnisse kurz über lang erledigt haben werden, doch so lange sollten Sie sich auf die Gegebenheiten einstellen.

Das suchen Journalisten auf einer Unternehmens-Website

Wenn Journalisten über Ihr Unternehmen schreiben wollen, dann suchen sie im allgemeinen nach folgenden Informationen.

  1. Basis-Informationen über das Unternehmen (Wer ist wer im Unternehmen? Schreibweise von Namen, gegebenenfalls Zweigniederlassungen.)
  2. Kontakt-Person Öffentlichkeitsarbeit, Name, Telefonnummer
  3. Veranstaltungstermine von Unternehmen (Pressekonferenz, Tag der offenen Tür etc.)
  4. Finanzberichte, finanzielle Situation, Umsatzzahlen, Mitarbeiterzahlen (nicht nur bei anzeigepflichtigen Unternehmen)
  5. Möglichkeit, Bilder und Illustration für einen Artikel herunterladen zu können.

Das sollte Ihre Website enthalten

Wenn Sie Online-PR betreiben wollen, sollten Sie daher auf der Website folgende Elemente in Ihrem virtuellen Pressezentrum bereitstellen:

Basisinformationen

  • Kontaktmöglichkeit
  • Unternehmensinformationen
  • Aktueller Pressetext
  • Bilder, Illustrationen

Zusatzelemente

  • Journalistenfragen
  • Archiv mit älteren Presseinformationen
  • Reports
  • Untersuchungsergebnisse
  • Fachartikel
  • Presseschau

Sowohl die Texte als auch die Bilder sollten in unterschiedlichen Längen, Größen, Formaten und Formatierungen zur Verfügung stehen.

Sie sollten Rücksicht nehmen auf

  • Journalistische Textarten (Meldung/Tipps, Bericht, Interview)
  • Medien (Online- oder Printmedien oder ggf. Radio und Fernsehen

Neben den Informationen auf der Website sollten - wir erwähnten es bereits oben - die entsprechenden Informationen über Autoresponder verfügbar sein.

Warum Sie ein eigenes virtuelles Pressezentrum haben sollten

Ein gewichtiger Grund, warum Sie auf Ihrer Website Pressemitteilungen stehen haben und nicht nur an die Presse versenden sollten, ist folgender: Da Journalisten in der Verwendung des ihnen angebotenen Materials frei sind, könnten sie zum Beispiel Ihre Angaben in einem Artikel nicht Ihren Wünschen entsprechend darstellen. Mit dem freien Zugang aller Besucher zu Ihren Pressemitteilungen haben Sie die Möglichkeit, ungefiltert Ihre Sicht der Dinge darzulegen. Mit den Presse-Texten haben Sie außerdem die Grundlage für einen kleinen Newsletter geschaffen. Bauen Sie sich einen Verteiler mit einer Opt-in-Liste auf, deren Teilnehmer Ihre Pressemitteilungen ausdrücklich wünschen. Damit schaffen Sie sich einen ergänzenden Presseverteiler. Beobachten Sie dann einmal die Wirksamkeit des einen und des anderen Verteilers.

In der nächsten Ausgabe lesen Sie: Wie Sie ein virtuelles Presse-Zentrum aufbauen

Lesen Sie dazu auch unsere Artikel
PR-Grundlagen 1
PR-Grundlagen 2
PR-Grundlagen 3
Online-PR
Ein virtuelles Pressezentrum aufbauen
Beispiel: Vorbildliches Pressezentrum
Pressedienste nutzen
Newsletter für die PR nutzen
Online-PR strategisch nutzen

 

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