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Sie als kleiner Reiseanbieter im Internet sichtbarer werden
Wie Sie als kleiner Reiseanbieter im Internet sichtbarer werden
Von Karsten Büttner
Gerade
kleine Reiseanbieter zeigen oft noch die Website- Struktur der
ersten Generation: Homepage - Unsere Angebote - Wir über uns.
Damit liegen sie auf den hinteren Plätzen. Eine themenfokussierte
Ausrichtung hilft sichtbarer zu werden.
Ein großer Teil der Reiseanbieter strukturiert sein Internetangebot
so: Es gibt eine zentrale Website mit dem Namen des Unternehmens
und in den Unterverzeichnissen stehen die Reiseangebote. In der
Regel folgt der Aufbau der Site dem eines gedruckten Katalogs.
Um im Internet erfolgreich erfolgreich zu werden, muss diese
katalog-analoge und auf das Unternehmen fixierte Sichtweise zugunsten
einer Themenorientierung aufgelöst werden.
Mit einer Veränderung der Betrachtungsperspektive erreichen
Sie, dass die einzelnen Angebote, beziehungsweise die Angebotsgruppen,
eine Eigenständigkeit bekommen. Die "Freistellung" des Angebots
macht den Blick frei für zielgerichtete Maßnahmen.
Waren vorher "Wandern" oder "Wellness" ein Thema unter vielen,
das entsprechend subsummarisch beworben wurde, so rückt jetzt
das Spezifische in den Mittelpunkt.
Spezifisch bedeutet in der Regel, dass durch die Konzentration
ein Thema relevant wird. Relevanz wiederum ist das entscheidende
Kriterium, wenn Sie Aufmerksamkeitshürden überspringen wollen.
Kleines Brevier für Reiseanbieter im Internet nebst einem praktischen
Beispiel
1. Identifizieren Sie Ihre Hauptangebote, die Sie bewerben wollen
Handelt es sich bei Ihren Hauptangeboten um regionalspezifische
oder um besondere Freizeitaktivitäten? Vielleicht ist für Sie
auch eine Klassifizierung mit beiden Merkmalen sinnvoll.
Zum Beispiel:
** Regionen/Orte
Toskana
Umbrien
Städtereisen Italien
(...)
** Aktivitäten
Wandern
Radfahren
Mountainbiking
Trekking
(...)
** Aktivitäten + Regionen
Reiterferien in Deutschland
Reiterferien in Österreich
Reiterferien in Ungarn
(...)
2. Weisen Sie jedem Angebot, das suchrelevant ist, einen eigenen
Bereich zu
Stellen Sie sich dabei vor, dass Ihre Angebote "Toskana" oder
"Radfahren" zu Profit-Centern umgebaut werden.
Vorteil dieser Denkweise ist, dass Sie für jedes Profit-Center
spezifische Marketingmaßnahmen installieren. Sie werden Ihr Toskana-Angebot
anders als Ihr Radtouren-Angebot vermarkten.
Das zeigt sich anhand von Linkstrategien, spezifischen Informationen
und Zusatzleistungen. Das eigene Angebot wird auf einer sogenannten
Microsite präsentiert. Organisatorisch gesehen ist es ein Angebot,
das aus einer oder mehreren Seiten zu einem Angebot besteht.
Technisch gelöst werden kann das über sogenannte Subdomains nach
dem Muster toskana-wandern.mein-reiseunternehmen.de oder unter
einer eigenen Domain.
Gemeinsam ist beiden Ansätzen, dass der Besucher alle relevanten
Informationen innerhalb der Microsite erhält.
Die Microsite, also im besten Fall eine Verbindung von mehreren
Seiten zu einem Thema, spiegelt Ihr Bestreben wider, dass jede
Angebotsgruppe für sich eine eigene Wichtigkeit besitzt.
3. Schreiben Sie besucher- und suchmaschinen-relevant
Vier Strategien sind für Sie von zentraler Bedeutung, wenn Sie
mit anderen Unternehmen im Wettbewerb um Aufmerksamkeit im Internet
stehen:
a) Suchmaschinen-Marketing durch Textrelevanz
Auf der Startseite einer Microsite sollten Sie jeweils einen
Text haben, der über die wechselnden Angebote hinaus Bestand haben
wird.
Besonders in den ersten Zeilen liefern Sie Suchenden und Besuchern
Entscheidungsgrpünde, warum er oder sie die (Micro-) Site
genauer ansehen sollte.
b) Bezahlte Aufmerksamkeit
Anzeigen in Suchmaschinen wie Google oder Overture, aber auch
Newsletter-Anzeigen, gegebenenfalls Stand-alone Mails sind eine
(zusätzliche) Möglichkeit, neue Interessenten zu bekommen.
Mehr dazu finden Sie hier:
Google Adwords
http://online-marketing-praxis.de/tipps/artikel/120203.php3
http://online-marketing-praxis.de/tipps/artikel/110201.php3
http://online-marketing-praxis.de/tipps/artikel/090301.php3
Newsletter-Anzeigen
http://online-marketing-praxis.de/tipps/artikel/090203.php3
http://online-marketing-praxis.de/tipps/artikel/anztipps.php3
c) Linkstrategien
Eingehende Links
- Suchen Sie Linkpartner, die möglichst höher ranken.
- Seien Sie bei der Auswahl wählerisch. Vermeiden Sie Linkfarmen,
also Websites, die eine ungeheuer große Zahl an Links zu allem
und jedem enthalten.
Interne Links
Bei den internen Links achten Sie darauf, o dass zentrale Suchworte
mit einem Hyperlink versehen werden o dass zentrale Suchworte
eigene, optimierte Seiten bekommen
Ausgehende Links
Ausgehende Links sollten sehr spezifisch ausgewählt werden und
sich auf Sachverhalte im Einführungstext beziehen.
d) Public Relations
Öffentlichkeitsarbeit ist mehr als Pressemitteilungen an Medien
zu schicken. Nehmen Sie sich zum Beispiel einmal Newsletter vor.
Welche Newsletter eignen sich, ein eigenes Angebot zu platzieren?
Damit ist keine platte Produktwerbung gemeint. Bewerben Sie doch
einmal eine virtuelle Wanderung, bei der der Leser im Abstand
von ein paar Tagen einen Erlebnisbericht erhält.
Mehr dazu:
http://online-marketing-praxis.de/tipps/artikel/pr04.php3
4. Machen Sie Besucher zu Interessenten
Jeder irgendwie interessierte Besucher, der Ihre Website verläßt,
ohne Ihnen seine E-Mail zu hinterlassen, ist für Sie ein verlorener
Kunde. Wenngleich nicht jeder Interessent, von dem Sie eine E-Mail-Adresse
haben, ein Kunde wird.
Doch die Gewinnung einer E-Mail-Adresse bedeutet, dass diese
Person relevanter für Ihre Marketingaktionen ist, als ein anonymer
Surfer. Er hat sich als "irgendwie interessiert" von den den Nicht-Interessierten
profiliert.
Damit Sie einen regelmäßigen und regulären Kontakt zu einem Interessenten
herstellen zu dürfen, benötigen Sie zum einen explizite Erlaubnis,
zum anderen müssen Sie einen guten Grund liefern, warum der Interessent
Ihnen seine E-Mail-Adresse geben sollte. Angesichts übervoller
E-Mail-Postfächer ist das Angebot eines Newsletter allein kein
gutes Argument.
5. Halten Sie zu Ihren Kunden Kontakt
Logisch, wer einmal bei Ihnen Kunde war, ist eher geneigt, wieder
mit Ihnen zu reisen. Ein Kunde erwartet allerdings auch etwas
mehr als nur den Jahresprospekt.
E-Mail ist eine gute Möglichkeit, persönlich und auf die Kundeninteressen
zugeschnittene Informationen zu versenden. Viele Unternehmen verlieren
gerade hier ehemalige Kunden, weil sie sich zu wenig um diese
kümmern.
Ein zufriedener Kunde empfiehlt Sie gerne weiter. Die Weiterempfehlung
kann man durch verschiedene Maßnahmen fördern und unterstützen.
Auch hier sind Werbegelder in der Regel gut angelegt.
6. Praktisches Beispiel für eine Microsite Toskana-Wandern
Zum Abschluss des Breviers ein Beispiel für die Vermarktung eines
Angebots. Nehmen wir an, ein Reiseanbieter hat als einen Angebotsschwerpunkt
Wandern in der Toskana.
Wir wählen zur Vermarktung der Microsite eine Subdomain:
toskana-wandern.mein-reiseunternehmen.de
Erste Seite (Homepage)
Hier beginnen wir mit einem Einführungstext über Wandern in der
Toskana, der entscheidungs- und suchmaschinenrelevant ist.
Das heißt, in den ersten zwei Zeilen steht ein Text, der in den
Suchmaschinen erscheint und die "richtigen" Suchende zum Klicken
animiert. Damit ist ein Text gemeint, der in knappen Worten das
Angebot umschreibt, etwa so:
Toskana-Wandern: Infos zu unseren Wander-Angeboten, Reisetagebuch,
virtuelle Wanderungen, Benachrichtigungs- Service, Ausrüstung,
Toskana-Shop
Suchmaschinenrelevant (und natürlich auch besucherrelevant) ist
der Text, wenn es zum Thema ausreichend Informationen gibt. Dabei
sollten die zentralen Suchbegriffe auf einer Seite einen Anteil
zwischen 2 und 7 Prozent am sichtbaren Gesamttext haben.
Dieser Text sollte so beschaffen sein, dass er unabhängig von
konkreten, aktuellen Urlaubsangeboten stets verfügbar ist.
Auf der Microsite wird der Bogen gespannt von pragmatischen über
atmosphärische und service-orientierte bis zu explizit verkäuferischen
Angeboten.
Ein Beispielsangebot:
- Aktuelle Angebote. Eine Vorschau auf die im nächsten Vierteljahr
(oder im ganzen Jahr) stattfindenen Veranstaltungen.
- Benachrichtungsservice für aktuelle Angebote. Dieser Service
ist ein automatisierter Dienst, der in einem angemessenen Zeitraum
vor einer Veranstaltung eine kurze Ankündigung per E- Mail schickt.
Der Terminservice ist eben nur das: Ankündigung plus Möglichkeit,
mehr Infos anzufordern.
- Reisetagebuch mit Bildern zum Download, inklusive Kurzinfos
zu Reisen und Formularen zum Anmelden oder Anfordern weiterer
Infos.
- Toskana-Wandern. Jahresprogramm mit Anmeldeformular, AGB
etc. direkt zum Herunterladen.
- Virtuelle Wanderung durch die Toskana. Per E-Mail erhält
der Interessent alle paar Tage automatisch eine kleine Etappenbeschreibung
einer Wanderung.
- Tipps zur Wanderausrüstung. Nicht alle Interessenten sind
erfahrene Wanderer. Hier erfahren sie, was notwendig und was
wünschenswert ist. Ein Verweis auf konkrete Einkaufsmöglichkeiten
rundet diesen Service ab.
- Webcams aus der Region. Diese liefern aktuelle Bilder und
bieten einen authentischen Einblick in die Situation vor Ort.
- Wetterdienst für die Toskana. Ein Service, der ebenfalls
für das Atmosphärische sorgt.
- Italienisch für Urlauber. Ein Sprach-Kurs, der in 5-6 kurzen
Lektionen die wichtigsten Redewendungen bereitstellt.
- Shop. Hier werden toskanische Spezialitäten von Wein über
Olivenöl bis Wurst angeboten. Bücher und CDs runden das Angebot
ab.
- Shop 2: Zweckmäßiges Zubehör wie Wanderschuhe, Bekleidung
oder Rucksäcke wird ebenso angeboten.
Selbstverständlich werden nicht alle Angebote vom Anbieter selbst
betrieben. Kooperationen mit Feinkost-, Buchhändlern, Reiseausrüstern
und Sprachführer-Anbietern sind erstrebenswert.
Sicherlich werden die Kooperationen nur kleine Provisionen erwirtschaften.
Aber die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern kann durchaus
synergetisch wirken.
So können Sie mit den italienischen Feinkosthändler um die Ecke
eine gemeinsame Veranstaltung zur Toskana mit Käse und Wein durchführen
und für Ihre Wanderungen werben.
Gut gebrüllt, Löwe! mag der eine oder andere Kleinunternehmer
angesichts der Vorschläge denken. "Berater haben gut reden. Weiß
der überhaupt, was wir alles machen müssen?" Weiß er.
Ja, das ist für kleine Reiseanbieter eine Menge Arbeit. Aber
ist das stille Mißvergnügen, dass "die anderen" mehr vom Kuchen
abkriegen, besser?
Ist nicht jeder Euro, der bislang für Marketing verpuffte, und
bei gleichbleibender Struktur weiterhin verloren geht, weniger
wert als die Investition, die mittelfristig einen Erfolg verspricht?
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