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Start   Artikel   Wie werden erfolgreiche Tourismus-Newsletter gestaltet?

Wie werden erfolgreiche Tourismus-Newsletter gestaltet?

Von Karsten Büttner

Das richtige Verhältnis von Text, Bild und Animation hat einen eindeutigen Einfluss auf den Erfolg von Newslettern. So können inhaltsgleiche Newsletter, doch unterschiedlicher Gestaltung, in ihrer Wirkung um fast 25 Prozent abweichen. Keine Frage: die Gestaltung kann einen höheren Return on Invest (ROI) bewirken.

Rund 25 Prozent der Deutschen, die über einen Internet-Anschluss verfügen, buchen mittlerweile über das Internet. Für einzelne Unternehmen ist daraus mittlerweile ein lukrativer Einnahmekanal geworden. Doch nicht zuletzt, weil die Gewinnspannen der Touristikunternehmen schrumpfen, ist die Bindung von Kunden notwendiger denn je.

Ein gutes Bindungselement und ein Kaufmotivator im Tourismus ist der Newsletter. Verdeutlichen wir uns die drei wichtigsten Bedingungen des Tourismus-Newsletters:

  • er muss erwartet werden
  • er soll geöffnet werden
  • auf seine Links soll zum konkreten Angebot geklickt werden

Gestaltung ist mehr als Grafik

Ganz klar: nur ein erwünschter Newsletter wird mittelfristig gute Erfolge liefern. Daraus folgt, dass ein Newsletter nur dann erwünscht ist, wenn der Empfänger ausdrücklich die Erlaubnis erteilt hat. Eine Ausnahme gibt es: Der Empfänger ist bereits Kunde beim Touristik-Unternehmen. Dann darf ein Interesse beim Kunden vorausgesetzt werden, den Newsletter zu beziehen. Dennoch gebietet es die Höflichkeit, erst zu fragen und dann zu schicken.

Newsletter mit oder ohne Bilder?

Unter Marketingleuten gibt es - generationsbedingt oder professionsgeschädigt - eine Vorliebe für den reinen Text- Newsletter. Auch der Autor dieser Zeilen hat eine stärkere Neigung zum Purismus. Aber, und da muss der Berater von seiner Interessenslage abstrahieren, im Tourismus und in anderen Branchen wird der Newsletter mit Bildern aus naheliegenden Gründen vom Kunden bevorzugt.

So wenig wie ein Mode-Newsletter mit reinen Beschreibungen seiner Produkte auskommt, so wirken sich Bilder in einem Tourismus- Newsletter besser auf die Klickraten aus als ohne. Es sind wohl die Bildchiffren von schönen weißen Stränden und Palmen, die in uns den Wunsch nach einem perfekten Urlaub auslösen.

Bilder aktivieren besser als Texte. Mehr noch: Bilder steuern den Blickverlauf des Betrachters. Dabei ist die Platzierung der Bilder wichtig.

Einer Studie von promio.net zu Folge, sollten Bilder so angeordnet sein, dass sie dem natürlichen Lesefluss nicht entgegen stehen. (promio.net, Effektive Werbe eMails: Gestaltung von Bild und Text)

Bilder sollten links neben dem Text oder über einem Text platziert sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wichtige Informationen nicht wahrgenommen werden.

Bilder, die stark aktivieren, sollten nicht erst in der Mitte des Newsletter genutzt werden. Denn dadurch kann der obere Teil des Newsletters übersehen werden.

Bilder sollten klickbar sein

Wir sind es gewohnt, dass Bilder auf Websites klickbar sind. Daher sollten insbesondere Newsletter, die sich in der Gestaltung an der Website orientieren, mit klickbaren Bildern arbeiten. Irritation oder Frustration sind ansonsten die Folge einer Erwartungstäuschung.

Animation möglich, aber nötig?

In der Aufmerksamkeits-Hierarchie steht die Animation vor dem Bild und dieses vor dem Text. Aber: so einfach ist es dann doch wieder nicht mit dem Einsatz von Animationen.

Animationen, so belegt die Studie von promio.net, binden die Aufmerksamkeit nur einmalig und zu Beginn der Betrachtung. Platzierung und Zeitpunkt, wann die Animation einsetzt, spielen eine entscheidende Rolle, ob die bewegten Bilder ihren Zweck erfüllen. Setzt eine oben platzierte Animation erst ein, wenn der Empfänger bereits im unteren Bereich einer Mail angekommen ist, so wird der Blick gegen die natürliche Leserichtung gezwungen.

Die Folge: nicht alle wichtigen Elemente des Newsletters werden tatsächlich wahrgenommen.

Platziert man die Animation dagegen am Schluss des Newsletters, so besteht die Gefahr, dass auch hier wieder Aufmerksamkeit abgezogen wird. Wenn Sie überhaupt Animation einsetzen, dann sollte diese im oberen Drittel des Newsletters stehen und gleich zu Beginn starten.

Gestaltung von Links

Webgestalter unterlegen Links gerne in einer zum übrigen Design passenden Farbe. Was vom Corporate Design her richtig erscheint, ist jedoch für das Web falsch. Nach wie vor wirken die blau-unterstrichenen Links am besten.

Denn diese werden vom Nutzer leichter mit Links assoziiert. Und wer verkaufen will, tut gut daran, den Gewohnheiten der Kunden zu entsprechen, anstatt einer abstrakten Corporate Design-Regelung zu folgen.

Sie haben fünf Sekunden Zeit

Fünf Sekunden entscheiden darüber, ob die Empfänger die entscheidenden Bereich des Newsletters wahrnehmen. Eindeutige Links gliedern den Text zudem.

Halbwertzeit von Wahrnehmungsregeln

Die hier vorgestellten Empfehlungen (Sommer 2004) sind nun keineswegs ewig geltende Regeln. Denn die wachsende Vertrautheit mit dem Medium Internet verändert auch die Wahrnehmung. Daher ist es sinnvoll, seine Mailings regelmäßig zu überprüfen. Und nicht erst dann, wenn die Verkaufszahlen zurück gehen.

Wie gut ist Personalisierung (noch)?

Eine interessante Schlußfolgerung zieht die oben erwähnte promio.net-Studie in Bezug auf Personalisierung. Sahen E-Mail-Marketer gerade in der Personalisierung einen hohen Erfolgsfaktor, so interpretieren die Autoren ihre Untersuchungsergebnisse so: Die bislang als positiv gewertete personalisierte Ansprache im Briefstil wird zumindest im Zusammenhang mit dem Tourismus-Newsletter als konservativ angesehen und eher abgelehnt.

 

Wie Texte gestaltet, wo Bilder platziert, welche Klickraten mit welchen Gestaltungselementen erzielt werden konnten und welche Schlußfolgerungen im Einzelnen zu ziehen sind, das zeigt die promionet-Studie: Effektive Werbe eMails: Gestaltung von Bild und Text. Untersuchung am Beispiel der Reisebranche.

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