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Follow Up-Responder
Test: Follow Up-Responder
Von Karsten Büttner
Mit
dem Follow Up-Responder verschicken Sie automatisch E- Mails in
vordefinierten Zeiträumen. Richtig eingesetzt sind sie ein hervorragendes
Werkzeug, um im Vorverkaufsprozess Interessenten zu qualifizieren
und Vertrauen zu gewinnen. Einmal eingerichtet sind Follow Up-Responder
Selbstläufer. Auf dem deutschsprachigen Markt gibt es eine Handvoll
Angebote, die wir untersucht haben.
Was bei vielen deutschen Anbietern auffällt, ist die hohe Affinität
zum Multi-Level-Marketing. Hinter einigen Follow-Up Systemen stehen
MLM-orientierte Unternehmen. Dass damit für eine Reihe von Marketing-Leuten
der Follow Up-Responder zur No-Go-Area wird, ist nachvollziehbar,
aber bedauerlich.
Keines der untersuchten Systeme ist eine originale deutsche
Entwicklung. Bei etlichen Systemen finden sich oft noch unnötigerweise
englischsprachige Beschriftungen von Funktionstasten. Allzu amerikanisch
ist dann bei einigen auch die Werbung.
Doch die 1:1-Übertragung aus den Staaten nach Deutschland kann
einfach nicht funktionieren. Und was soll man von einer Software
halten, die als Referenzen lediglich dritt- und viertklassige
amerikanische Websites mit eher dürftigen Angeboten anführen kann?
So heißt es gleich in der ersten Referenz einer Software: "Ich
bin am meisten bei Add2it.com mit der Qualität, dem Service und
den vernünftigen Preisen beeindruckt."
Wir waren nicht beeindruckt. Denn diese Art von Denglish setzte
sich fort und wirkte eher wie eine Karikatur. Wenn Sie hart gesotten
sind, sehen Sie sich selbst auf der Site von add2it.com um. Letztlich
blieben fünf Systeme übrig, die wir einer näheren Prüfung unterzogen.
http://www.antwortsofort.de
http://www.follow-up-autoresponder.de
http://www.follow-up-system.de
http://www.hab8.de
http://www.sendemehr.info
Dabei interessierten uns die An- und Abmeldeverfahren für die
Nutzer, Textverwaltung und Versand, Nutzerverwaltung, Erfolgskontrolle
und die Unterstützung der Anbieter.
An- und Abmeldeverfahren
Das An- und Abmeldeverfahren ist insofern ein kritischer Punkt,
weil sich hier zeigt,
- wie bequem die Anmeldung für den Nutzer ist
- wie sicher die Anmeldung für den Betreiber ist
- wie viel Corporate Identity durch eigens gestaltete Texte
in Mails und Bestätigungsseiten möglich ist
- wie einfach die Abmeldung für die Nutzer ist
- welche Daten von den Nutzern erhoben werden können
Mit allen untersuchten Systemen ließen sich die Eintrageformulare
sehr einfach erstellen. Der generierte HTML-Code muss nur auf
der Website eingefügt werden, damit die Eintragung in den Follow
Up- Responder nahtlos von der eigenen Website geschehen kann.
Der hab8-Mailer und das Follow-Up-System verfügen zudem über
die Möglichkeit, zusätzliche Felder beim Eintragen abzufragen.
Auch wenn grundsätzlich erst einmal Datensparsamkeit das erste
Gebot ist, so können Abfragen wie "Wodurch haben Sie von uns erfahren"
durchaus sinnvoll sein. Die theoretische Möglichkeit "bis zu 10
zusätzliche Felder zu definieren" sollte man daher eher nicht
in die Praxis umsetzen.
Doppeltes Opt-In ist das rechtssicherste Verfahren und eine Automatisierung
des Vorgangs sinnvoll. Nur der Follow Up- Responder von Antwortsofort
sieht offenbar überhaupt kein doppeltes Opt-In vor.
Der hab8-Mailer hat an die Stelle die Möglichkeit eines manuellen
doppelten Opt-Ins gesetzt. Das heißt, dass bei einer Anfrage zum
Bezug eines Tutorials der Administrator die Bestätigungsanfrage
noch per Hand schicken kann. Das kann in Einzelfällen sinnvoll
sein, scheint uns (zumindest in unserer Praxis) aber als zu aufwändig.
Frei gestaltbare Texte für die An- und Abmeldung sowohl in der
E- Mail als auch auf der Website sind auch nicht mit allen Respondern
möglich. So verzichten Antwortsofort und Sendemehr darauf. Meines
Erachtens ist es notwendig, hier freie Hand zu haben, den Stil
der An- und Abmeldungen an den des Unternehmens anzupassen. Im
Rahmen des Erlaubnis-Marketings (Permission Marketing) gehört
eine einfache Abmeldemöglichkeit per Link einfach zum guten Ton.
Auch hier fällt Antwortsofort wieder auf. Das System scheint die
Funktion ebenso wenig zu kennen wie das Follow-Up-System.
Insgesamt stellten sich in Bezug auf die Leistungsmerkmale der
hab8-Mailer als Bester heraus, wenngleich das Opt-In-Verfahren
hier manuell erfolgt und damit für einige Anwendungen zu arbeitsaufwändig
wird. Die anderen vier Systemen zeigten deutliche Schwächen.
Textverwaltung der E-Mail-Folgen und Versand
Zunächst interessierte uns, ob eine Personalisierung der Mails
möglich ist und was passiert, wenn Interessenten auf eine Namen
verzichten. Denn eine Anrede "Sehr geehrter ," mit Leerstellen
sollte vermieden werden. Erwarten dürfen wir, dass sobald das
Namensfeld nicht ausgefüllt wird, eine Standard- oder Ersatzanrede
("Guten Tag,") eingesetzt wird. Antwortsofort und der Follow-Up-Autoresponder
haben diese "Default"-Einstellung nicht.
Wer Follow Up-Responder länger einsetzt, schätzt es, Kopf- und
Fußzeilen sowie dynamische Inhalte generieren zu können, die global
über eine E-Mail-Folge hinweg geändert werden können. Da kann
zum Beispiel für einen bestimmten Zeitraum ein Produkt zu einem
Sonderpreis beworben werden. Zur Änderung des Preises muss dann
lediglich ein Text geändert werden. Dieser Text erscheint dann
an der Stelle eines Platzhalters in allen Mails.
Auch wenn die meisten Sachverhalte selbsterklärend sind, helfen
Handbücher oder zumindest Anleitungen beim Einstieg. Hier schwächeln
alle Systeme. Entweder gibt es nur sehr kurze Erklärungen oder
die Handreichungen sind unvollständig. Vor dem Hintergrund mangelhafter
Kenntnisse über den Einsatz von Follow Up-Respondern wären
neben den technischen Erläuterungen auch Tipps zur Anwendung sicherlich
sinnvoll.
Zusammenfassung
Insgesamt war ich von der Qualität der deutschsprachigen Follow
Up-Responder nicht restlos überzeugt. Lediglich ein System erhält
von uns eine 2-. Alle anderen sind entweder nur bedingt als Marketinginstrument
tauglich, von einem untersuchten System ist sogar dringlich abzuraten.
Das Screendesign aller Systeme ist bezüglich Handhabbarkeit ("Usability")
verbesserungswürdig. Fehlende zentrale Navigation im Verwaltungsbereich
oder die Vermischung von Werbelinks und Administration lassen
etliche Anwendungen in keinem guten Licht erscheinen.
Mehr dazu in unserer Kompakt-Studie:
Follow
Up-Responder - Test von fünf deutschsprachigen Systemen.
Personalisiertes PDF, 20 Seiten, 9,80 EUR zzgl. 16 % Mwst.
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