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Artikel Wie
Sie profitable Produkte für Auktionen finden
Wie Sie profitable Produkte für Auktionen finden
Von Karsten Büttner
Im
ersten Teil haben Sie erfahren, warum Sie Auktionen für Ihr Unternehmen
beachten sollten und welche strategischen Überlegungen im Vorfeld
notwendig sind, um Auktionen effektiv zu nutzen. Nämlich: günstiger
Einkauf und eine weitgehende Automatisierung von Vorgängen. In
diesem Artikel lernen Sie, wie Sie Produkte für Auktionen recherchieren.
So können Sie frühzeitig Trendartikel, aber auch potenzielle Ladenhüter
erkennen. Mit einer guten Marktkenntnis sind Sie dem Wettbewerb
die entscheidende Nasenlänge voraus.
Marktforschung
Ob Sie bereits ein bestehendes Unternehmen mit einer bestimmten
Produktpalette haben oder überlegen, welche Produkte Sie verkaufen
wollen, Sie sollten auf den Auktionsseiten über einen gewissen
Zeitraum verfolgen, was sich gut verkauft und was nicht. Einen
Teil der Aufgabe können Sie zum Beispiel bei eBay sehr einfach
erledigen. Viele Kennzahlen liegen nämlich auf einer Plattform
wie eBay für Sie offen:
- Sie können die Umsatzzahlen von Verkäufern ausrechnen
- Sie können viele Einkäufe verfolgen und die daraus resultierenden
Verkäufe von Produkten
- Sie können die Handelsspannen etlicher Produkte hochrechnen
- Sie können die Versteigerungen von Produkten automatisch
beobachten lassen
So recherchieren Sie auf eBay
Sie gehen in die Rubrik eBayPro. Dort kauft ein Teil der kleineren
eBayer seine Ware ein. Sie können also verfolgen, wie eine Ware
- sagen wir einmal 10 Packungen einer bestimmten Sortierung Legosteine
- ersteigert wird und wenig später in kleinen Losen in der Kategorie
Spielsachen weiter versteigert wird. Und so geht's:
Sie merken in der Rubrik eBayPro die Legosteine vor. e-Bay benachrichtigt
Sie kurz vor Auktionsschluss. Selbst wenn Sie nicht mitbieten
wollen, ist es interessant zu sehen, zu welchem Preis der Artikel
möglicherweise in den letzten Minuten der Auktion noch verkauft.
Notieren Sie den Einkaufspreis für die Charge und beobachten Sie
nun, wann die entsprechenden Artikel in der entsprechenden Kategorie
Spielsachen wieder auftauchen. Hier merken Sie die Artikel ebenfalls
wieder vor und lassen sich wieder von eBay benachrichtigen.
In der Zwischenzeit holen Sie sich die Original-Ladenpreise.
Vertrauen Sie hierbei nicht den Angaben auf den Auktionsseiten.
Nicht selten wird dort ein möglichst hoher Preis genannt, damit
ein vergleichsweise hoher Auktionspreis erzielt werden kann.
Nach Abschluss der entsprechenden Auktionen notieren Sie die
erzielten Auktions-Verkaufspreise. Versuchen Sie zu ermitteln,
ob alle 10 Packungen verkauft worden sind und zu welchen Preisen.
Errechnen Sie nun anhand des Einkaufs- und der Ver-kaufspreise
die Handelsspanne.
Schauen Sie sich außerdem an, welche Artikel der Verkäufer in
letzter Zeit noch verkauft hat. Diese Zahlen liegen quasi offen,
wenn Sie auf "andere Artikel des Verkäufers" klicken. Sie erhalten
eine Historie der versteigerten Artikel. Meistens können Sie diese
noch einzeln anklicken, so dass Sie auch die Umsatzzahlen des
jeweiligen Verkäufers errechnen können.
Was läuft, was läuft nicht?
Generell: Unternehmen, die ihre Produkte nur wenig unter dem
Ladenpreis anbieten, werden es meist schwer haben. Auktionen wie
eBay sind vorwiegend ein Schnäppchen-Markt. Neben Konkurswaren
sind es durchaus gebrauchte Gegenstände, die vergleichsweise gute
Preise erzielen. Was allerdings auf einer Plattform wie eBay so
gut wie gar nicht läuft, sind Bücher.
Sollten Sie Ihre Bücher - egal ob Roman oder Wirtschaftsbuch
- loswerden wollen, so werden Sie damit garantiert kein Geschäft
begründen können. Die im Durchschnitt zu erzielenden Preise liegen
meist unter den Einstandspreisen, die Sie selbst für Remittenden
zahlen. Ob sich eine Plattform wie Amazon für diesen Markt auftut,
wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Heute - Stand Juni 2002
- bleiben zum Beispiel die meisten Anbieter gebrauchter Wirtschaftsbücher,
die rund 30 Prozent unter dem neuen Artikel liegen, auf ihrer
Ware sitzen.
Generell: Gerade der Konsumentenmarkt bewegt sich schnell. Was
gestern noch Trend war, ist heute schon ein Ladenhüter.
Stellen Sie sich darauf ein, ständig Marktforschung zu betreiben
und die erzielten Gewinne pro Produkt oder Produktgruppe
genauestens zu dokumentieren. Für dieses Vorhaben reicht
ein Standard-Tabellenkalkulationsprogramm, mit dem Sie die Gewinnentwicklungen
sehr anschaulich grafisch auswerten können.
Trendartikel
Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen nicht auf eine bestimmte Produktpalette
festgelegt sind, dann sollten Sie versuchen Trends vorauszusehen.
Eine Möglichkeit ist, auf der amerikanischen eBay-Site längere
Zeit zu beobachten, was sich dort gut verkauft. Sie werden sehen,
dass diese Artikel meist kurze Zeit später auch in Deutschland
erhältlich sind.
Die Kategorie Top-Angebote auf eBay bietet Ihnen
einen relativ guten Einblick, welche Produkte momentan gut an-kommen.
Marion von Kuczkowski, erfahrene eBayerin und Autorin von Power
Selling mit eBay, sagt dazu: "In der Regel wird diese Zusatzoption
von Power Sellern gebucht. Es ist also zu vermuten, dass mit diesen
Produkten Gewinne realisiert werden können." An der Zahl der Gebote
in den Top-Kategorien sehen Sie, ob sich die Vermutung bestätigt.
Doch jetzt müssen Sie schnell sein. Denn im Grunde sind Sie nur
ein "Me-Too"-Verkäufer. Allerdings kann sich das auch noch lohnen,
wenn eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist.
Merchandising-Artikel im Gefolge von Kinofilmen sind eine
hervorragende Möglichkeit. Dafür müssen Sie sehr schnell herausfinden,
wer die entsprechenden Hersteller beziehungsweise Händler sind,
um einer der Ersten zu sein, die diese Ware auf den europäischen
Markt bringt. Vorteil: Sie können hier zuweilen Preise erzielen,
die über dem Ladenpreis liegen.
Dieser Bereich ist allerdings nicht für Einsteiger geeignet.
Denn es gehört eine gehörige Portion kaufmännische Erfahrung dazu
zu wissen, in welchen Margen Sie ordern sollten und absetzen können.
Und gerade der internationale Handel birgt für den unerfahrenen
Verkäufer einige Fallstricke.
Eine weitere Quelle für Trendartikel bieten exklusive Möbel-
und Accessoire-Läden. Was hier für teures Geld verkauft wird,
wird nach einer gewissen Zeit für einen breiteren Markt produziert.
Ein Beispiel dafür sind die Kickboards. Der wiedererstandene
Roller aus Metall war die erste Zeit ein Trendartikel für den
jungen Banker in urbaner Umgebung, zum entsprechend exklusiven
Preis. Vielleicht ein Jahr später boten große Supermarkt-Ketten
preiswerte Varianten an. Heute kann man mit Kickboards auf Auktionen
vielleicht knapp den Einstandspreis erzielen. So wie es mit diesem
Artikel geht, sieht es mit der Vielzahl von Trendgegenständen
aus. Sie durchlaufen einen Produktlebenszyklus.
Hier gilt es abzuschätzen, wann aus einem exklusiven Kultgegenstand
ein allgemeiner Trendartikel wird. Verpassen Sie den richtigen
Zeitpunkt, haben Sie Ladenhüter oder müssen mit Verlust verkaufen,
um Ihr Lager zu räumen.
Der Gewinn liegt im Einkauf
Diese alte Kaufmannsweisheit stimmt natürlich auch und gerade
für Auktionen. Daher ist es lohneswert, dass Sie sich auf Flohmärkten
umsehen, auf denen vorwiegend private Anbieter zu finden sind.
Gerade in Metropolen zeigt es sich, dass die Preise aufgrund der
hohen Konkurrenz sehr niedrig sind.
Der Grund, warum Sie bei Internet-Auktionen vergleichsweise höhere
Preise erzielen können, liegt an mehreren Umständen: Zum einen
ist es eine gehörige Portion Spieltrieb, die Leute dazu bringt,
einen Gegenstand zu ersteigern. Durch die Konkurrenz und das Wissen,
dass andere diesen Gegenstand auch wollen, gewinnt das Objekt
an zusätzlichem Wert. Doch jenseits der psychologischen Komponente
gibt es noch einen simplen Grund: Gerade Leute in kleineren Orten
haben nicht das Angebot, das Metropolen bieten. Und noch wohnen
mehr Leute außerhalb der Metropolen.
Natürlich gibt es noch mehr Einkaufsquellen: Sonderpostenmärkte,
Fabrikverkäufe, Geschäftsauflösungen und nicht zuletzt: Verwandte,
Freunde und Bekannte.
Zusammenfassung
Um Internet-Auktionen als Verkaufskanal zu nutzen, müssen Sie
den Markt ständig beobachten. Dieses ist weitgehend automatisiert
möglich. Außerdem liegen sehr viele Kennzahlen offen.
Lesen Sie dazu auch den ersten
Teil
Mehr Infos finden Sie auf unserer speziellen Seite zu Auktionen
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