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Start   Artikel   Sieben Erfolgsfaktoren für Ihr Online-Marketing

Sieben Erfolgsfaktoren für Ihr Online-Marketing. Vermarktung im Loyalitäts-Zirkel

Von Karsten Büttner

Über 66 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über einen Internet-Zugang. Eigentlich sollte man meinen, dass jetzt rosige Zeiten für das Online-Marketing anbrächen. Doch weit gefehlt. Online-Investitionen sind in vielen Unternehmen auf Eis gelegt.

Eine Vielzahl von Gründen muss dafür herhalten. Die Palette reicht von 'Internet bringt's uns nichts' über Dot-Com-Pleiten bis zum 11. September. Doch bei den meisten Unternehmen sind die Gründe hausgemacht. Denn eine ganze Reihe von Firmen ist sehr wohl im Internet erfolgreich.

Was machen die Erfolgreichen richtig?

Wenn ein Unternehmensberater als Einzelunternehmer im zweiten Jahr seiner Internetpräsenz genuin durch seine Website rund 30.000 Euro Honorar-Umsatz erwirtschaftet, eine Telefonmarketing-Agentur etwa 70 Prozent der Umsätze direkt durch das Internetangebot erzielt, dann sind das nur zwei Beispiele für erfolgreiche Konzepte, die im wesentlichen auf sieben Prinzipien aufbauen:

  1. Kundennutzen betonen
  2. Aufmerksamkeit erzielen
  3. Interesse aufrecht erhalten
  4. Erlaubnis von Interessenten
  5. Vertrauen erzeugen
  6. Interessenten zu Kunden machen
  7. Kundenloyalität erreichen

1. Kundennutzen: What's in for me?

Ich, ich, ich - ein (potenzieller) Kunde ist Egoist, und das ist auch in Ordnung. Wenn ein Besucher auf die Website eines Anbieters kommt, dann sucht er eine Lösung seines Problems. Er ist nicht vordergründig daran interessiert, wie viele Kinder der Anbieter hat, wie lange dieser gebraucht hat, um die Website oder das Produkt zu erstellen und wie unendlich schwierig alles ist. Auch technische "Features" sind uninteressant.

"Diese Kamera filmt bei 1 Lux" stellt keinen Nutzen dar, sondern Techniker-Deutsch. "Sie können beim Licht einer Kerze filmen, als ob es strahlender Sonnenschein wäre" - das ist vorstell- und vermittelbar und daher eine nützliche Aussage.

2. Aufmerksamkeit - die neue Wäh-rung in der Online-Welt

Stärker als die sonstige Wirtschaft ist die Internet-Welt eine Aufmerksamkeits-Ökonomie. Der zuckende Zeigefinger an der Maus ist angesichts der Angebotsfülle immer bereit weiterzuklicken, wenn eine Website nicht binnen eines Augenblicks erkennbaren Nutzen bietet.

Wer etwas verkaufen will, sollte auf animierte Startseiten verzichten. Denn sie kosten, was jeder als knappe Ressource hütet: Zeit. Und es geht darum, wie und mit welchen Strategien und Maßnahmen die Aufmerksamkeit von Suchenden zu gewinnen ist. Es ist die erste und (fast) alles entscheidende Hürde im Web, die es zu überwinden gilt.

3. Aus einmaligen Besuchern Interessenten machen

Viel Geld geht von den Werbegeldern der Unternehmen in den Bereich "Aufmerksamkeit erzeugen". So lässt sich aus den Web-Statistiken vieler Unternehmens-Sites durchaus eine hohe Besuchsfrequenz feststellen. Doch es wird nichts oder nur wenig über die Website verkauft. Meist vergessen Unternehmen, dass zwischen dem Aufmerksamwerden und dem Kaufen noch einige Kommunikationsstufen liegen. Und diese werden häufig zu Stolpersteinen.

Alle Welt propagiert Newsletter als Allheilmittel zur Bindung von Interessenten und Kunden. Doch der Aufwand für gutgemachte Newsletters ist hoch. Wie sieht ein guter Newsletter aus? Welche Formen gibt es? Woher sind die Inhalte zu nehmen? Ein Unternehmen sollte jeden Monat etwas Interessantes und Neues zu sagen haben.

Über Sinn, Unsinn und Frequenz von Newslettern liesse sich einiges anführen. Es gibt genügend Gründe, die gegen Newsletter sprechen, aber es gibt keinen guten Grund, den Dialog mit Interessenten und Kunden nicht zu führen. Jedoch ist der Frage nachzugehen, welche Möglichkeiten es noch gibt, Kontakt zu halten und für welche Zwecke welche Mittel taugen?

4. Erlaubnismarketing - die Lizenz zum Tröten?

Erlaubnis-Marketing, oder auch Permission Marketing, gilt unter den Fachleuten als die einzige zukunftsfähige Form des Marketing. Während es technisch kein Problem ist, viele Millionen E-Mail-Adressen zu Vermarktungszwecken zu bekommen, ist es nicht nur ethisch eines, sondern auch eine Entscheidung mit ökonomischen Folgen.

Wer unerlaubt E-Mails schickt, macht sich nicht nur strafbar, sondern muss auch mit empfindlicher Gegenwehr von radikalen Verbraucherschützern rechnen. Und diese Folgen sind für Unternehmen meist härter als eine Mahnung.

Erlaubnis ist ein labiles Gut. Eine einmal gegebene E-Mail-Adresse für den Bezug eines Newsletters berechtigt Sie nur zu eben diesem Zweck des Newsletterversands. Sie sollten nicht versuchen, an Ihre Newsletter-Abonnenten unvermittelt Verkaufsbriefe zu schicken.

5. Vertrauen aufbauen

Wer an vorderster Front verkauft, weiss, was es heisst, Vertrauen zu gewinnen. Was im persönlichen Gespräch durch Gesten, durch spontanes Reagieren auf Situationen erreicht werden kann, muss im virtuellen Raum weitgehend systematisch organisiert werden.

Websites sind virtuelle Läden. Während wir für den Supermarkt eine fast schon standardisierte Verkaufspsychologie haben, die besagt, wohin die Käsetheke gehört und wohin die Zigaretten, wächst bei der Architektur von Websites erst langsam die Akzeptanz, dass es hier mehr als nur Seiten zu gestalten gibt.

Auf Websites sind viel mehr Prozesse zu steuern. Die einzelnen Seiten spiegeln Teile der Prozesse nur wider. Für das Thema Vertrauen heisst dieses, von der Angebotsgestaltung über die Information bis zum eigentlichen Kauf müssen genügend Vorteile und Nutzen kommuniziert werden, die den Besuchern Gründe für den Kauf dieses Produkts liefern.

Die Vertrauensbildung muss also auf verschiedenen Ebenen ansetzen und miteinander verzahnt sein. Eine starke Produkt-Garantie alleine reicht nicht aus, wenn ein Besucher in einem Shop-System nicht weiss, ob er mit dem nächsten Klick bereits bestellt hat und wie er widerrufen kann.

6. Interessenten zu Kunden machen

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Kundenbindung ist ökonomisch günstiger als stets neue Kunden zu gewinnen. Beziehungsmarketing ist daher der Schlüssel: Wie sind gute Kunden zu identifizieren, wie sind sie zu halten, wie kategorisiert man A-, B-, C- Kunden? Solche Fragen gilt es in diesem Zusammenhang zu lösen.

Eine systematische Kommunikation mit Aspiranten und Kunden ist aufzubauen. KMUs sollten Möglichkeiten ausfindig machen, welche auch ohne grosse Anschaffung von Customer Relationship Management-Systemen (also, den "richtigen", aber sündhaft teuren) zu arrangieren sind.

7. Kundenloyalität erreichen

Möglichst viele loyale Kunden zu bekommen, sollte das Ziel einer Marketing-Strategie sein. "Der Kunde" ist dabei nur ein vorläufiger Endpunkt im Verkaufszyklus. Auf der Grundlage des Wissens über die Kunden geht es in die nächste Runde.

Welche Angebote können den Kunden gemacht werden, damit sie sich loyal verhalten? Mit welchen Maßnahmen kann Loyalität erhalten werden? Um einen "Closed Loop" im Kundendialog zu schaffen, sind die vorhandenen Informationen beständig fortzuführen und in die darauffolgende Kommunikation einzubringen.

Erfolgreiches Online-Marketing ist ein dynamischer Prozess, der trotzdem einem konzeptionellen und systematisch organisierten Kreislauf unterliegt. Wo der Kreislauf nicht vorhanden ist, kann kein Erfolg entstehen.

Fazit

Antizyklisches Verhalten ist angesagt. Unternehmen sollten jetzt ihr Online-Marketing neu organisieren. Denn gerade jetzt ist die richtige Zeit, sich mit den Neuen Medien zu beschäftigen.

Fakt ist: "Das Internet" wird nicht über Nacht wieder verschwinden. Gegangen sind diejenigen Unternehmen, die nicht dicht genug am Kunden waren.

Wer sich jetzt neu orientiert und vorhandene Erkenntnisse darüber, was im Internet funktioniert und welche Strategien erfolgreich sind einfliessen lässt, wird beim nächsten Aufschwung bereits laufen, während die anderen noch ihre Laufschuhe suchen.

 

 

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