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sind Ihre Mitbewerber und wie groß ist Ihr Markt?
Wer sind Ihre Mitbewerber und wie groß ist Ihr Markt?
Von Karsten Büttner
Wie
Sie mit einfachen Mitteln und systematischer Arbeit mehr über
Ihren Wettbewerb erfahren, das ist Thema dieses Artikels. Neben
Ihren direkten Wettbewerbern erlangen Sie durch alleinige Beobachtung
Kenntnisse über dessen Marketing und mögliche Prozessketten. Wie
groß der Markt insgesamt für Sie ist, lässt sich ebenfalls bestimmen.
Das können Sie herausfinden
- Wer sind Ihre stärksten Mitbewerber für das gleiche Produkt?
- An welcher Stelle stehen Ihre Mitbewerber in den Suchmaschinen
bei den entsprechenden vergleichbaren Produkten oder Dienstleistungen?
- Wer sind Ihre stärksten Mitbewerber für ein Ersatzprodukt?
- Wie betreibt der Mitbewerber sein Marketing?
- Mit wem hat Ihr Mitbewerber strategische Partnerschaften?
- Wie wird die Logistik und Abrechnung erledigt?
- Wie groß ist der Markt für Ihr Produkt?
Legen Sie sich als erstes eine Liste an, mit den unmittelbaren
Mitbewerbern an, etwa so:
Mitbewerber für Produkt __________________
| 1 |
WDG-Concept |
| 2 |
Wilhelmi |
| 3 |
Prodactiv |
| 4 |
Forte |
| 5 |
Greschke |
| 6 |
Horbit AG |
| 7 |
Müller & Schobert |
Als nächstes machen Sie eine Aufstellung der Unterneh-men, die
ein Ersatzprodukt anbieten. Das heißt, ein Pro-dukt, das ein Kunde
eventuell auch nutzen könnte. (CD-Spieler und DVD-Spieler)
Mitbewerber für Ersatz-Produkt __________________
| 1 |
Peller |
| 2 |
Wogenstrich |
| 3 |
Haube |
Um festzustellen, welche Wettbewerber im Internet existieren,
geben Sie in die Suchmaschine die offensichtlichen Schlagworte,
unter denen man Ihr Unternehmen finden sollte. Notieren Sie, welche
Schlagworte Ihnen dazu einfallen. Wenn Sie nicht in einem hochspezialisierten
Business-to-Business-Markt tätig sind, der "langsam rotierende
Unterschlonz-Pumpengestänge" an Kunden vertreibt, die dieses Produkt
gezielt und präzise ansprechen werden, sollten Sie nach Umschreibungen
suchen.
Denn kaum jemand wird nach dem Begriff Büroverwaltungs-Software
suchen, sondern Schlagworte wie "Rechnungen schreiben, Kundenverwaltung"
wählen. Nun notieren Sie einmal, nach welchen Schlagworten Interessenten
noch suchen könnten (und vielleicht werden).
Als Hilfestellung: Welcher Produkt- oder Dienstleistungskategorie
gehört Ihr Angebot an? Welche Oberbegriffe lassen sich finden?
Welche Lösungen bietet Ihr Angebot? Mit diesen Suchworten ausgerüstet
befragen Sie verschiedene Suchmaschinen und studieren nun die
Ergebnisse. Wo stehen Sie, wo ist der Wettbewerb?
Nun sollten Sie sehen, was der Wettbewerb anders oder sogar besser
macht. Welche Marketinginstrumente nutzt der Mitbewerber offensichtlich?
Wenn Sie sich die Navigation und die Kategorien auf den Mitbewerber
Websites ansehen, erfahren Sie meist schon sehr schnell etwas
über deren Marketing. Legen Sie sich auch hierfür eine Übersicht
an. Haben Sie viele Mitbewerber, nehmen Sie sinnvollerweise eine
Auswahl der Stärksten.
| |
Brecht |
Geldern |
Schronz |
| Marketingmaßnahmen |
|
|
|
| Empfehlungen |
ja |
ja |
- |
| Affiliate-Programm |
- |
- |
ja |
| Newsletter |
- |
ja |
ja |
| Mailingliste |
ja |
ja |
- |
| Forum |
- |
- |
ja |
| Gewinnspiel |
ja |
- |
- |
| Sponsoring |
- |
ja |
ja |
| Pressearbeit |
ja |
ja |
ja |
| Call Back |
- |
- |
ja |
| ... |
|
|
|
| Kundenbindung |
|
|
|
| Newsletter s.o. |
ja |
ja |
ja |
| Bonussysteme |
- |
ja |
ja |
| Intranet |
- |
- |
ja |
| ... |
|
|
|
|
Service und zusätzliche Dienstleistungen
|
|
|
|
| Rechner |
ja |
- |
ja |
| Online-Bestellung |
ja |
- |
- |
| ... |
|
|
|
Wie wirbt Ihr Mitbewerber im Internet
Hierzu gehen Sie auf einschlägige Seiten, wie Suchma-schinen,
Kataloge, Marktplätze, Portalseiten auf denen auch Sie präsent
sind oder sein wollen. Finden Sie dort - gegebenenfalls nach Eingabe
eines Stichworts - eine begleitende Bannerwerbung Ihres Mitbewerbers?
Leichter geht das mit w3scan. Mit diesem Werkzeug werden jedwede
Online-Marketingaktivitäten im Internet überwacht und aufgezeichnet.
http://www-02.w3scan.com/1D/
Grenzen der automatischen Beobachtung
Wenn Ihr Mitbewerber jedoch auf Newsletter-Werbung setzt, gibt
es keine automatisierte Lösung. Es bleibt nur zu recherchieren,
welche Newsletter es in diesem Bereich gibt und diese zu bestellen.
Wie werden Logistik und Abrechnung erledigt?
Diese Frage können Sie meist dadurch beantworten, indem Sie eine
Testbestellung aufgeben (und gegebenenfalls abbrechen). Werden
Sie für Bestellungen an einen sicheren Server weitergeleitet,
gibt sich der Dienstleister in der Fußzeile oder sogar offen zu
erkennen? Manchmal wirbt der Logistik-Partner auf der Seite. Strategische
Partnerschaften In den Suchmaschinen bzw. Katalogen können Sie
feststel-len, wer auf Ihren Mitbewerber linkt, indem Sie eingeben.
Für http://www.fireball.de
und http://www.altavista.de
lautet der Befehl:
+link:mitbewerber.de (= den Domain-Namen Ihres Mitbewerbers)
Um die internen Links auszuschließen, erweitern Sie um die Option:
+link:mitbewerber. de -host:mitbewerber.de
Bei Google heißt das dann:
link:mitbewerber.de
Untersuchen Sie nun die verlinkenden Seiten darauf, ob nur ein
Gefälligkeitslink vorliegt oder an prominenter Stelle ein "Partner"-Link
zu finden ist. Nebenbei geben Ihnen die Anzahl der Links und die
Art der Website (PageRank der verlinkenden Site) auch einen Hinweis
darauf, warum Ihr Mitbewerber vielleicht höher in den Suchmaschinen
rangiert.
Mitbewerber regelmäßig beobachten
Sie sollten schriftlich festhalten, welche Mitbewerber zu Zeitpunkt
X bestehen. In regelmäßigen Abständen überprüfen Sie dann, wie
sich das Gefüge der ersten zwanzig Suchergebnisse verändert hat.
Einfacher als eine "händische Suche" geht das, indem Sie sich
eine Suchroutine schreiben lassen, die Ihre Wettbewerber in regelmäßigen
Abständen darauf untersucht, ob und was sich verändert hat.
Oder Sie nehmen einen der zahlreichen vorhandenen Services in
Anspruch. Zum Beispiel:
http://www.bauckhage-consulting.de/internet-services/internet-monitoring.htm
http://www.bonfireonline.com/
Allerdings gibt es bei einer Reihe dieser automatisierten Dienste
ein Manko. Sie nutzen für das Monitoring automatisierte Anfragen
an Suchmaschinen. Und das mögen Suchmaschinen nicht sehr gerne.
Das hat zur Folge, dass viele ihre Dienste bereits einstellen
mussten.
Ein weiterer Nachteil der auf Suchmaschinen-Ergebnisse zurückgreifenden
Dienste besteht darin, dass die Sites nicht in der Regel nicht
komplett gespidert werden. Das heißt: Seiten, die beispielsweise
in der dritten Hierarchie-Ebene liegen, werden möglicherweise
nicht mehr erfasst.
Wie groß ist der Online-Markt?
Für viele Branchen und Bereiche gilt, dass die meisten Anfragen
an Unternehmen über Suchmaschinen kommen. Dabei wird in der Regel
nicht das jeweilige Unternehmen, sondern eine Lösung (ein Produkt,
eine Dienstleistung) gesucht.
Wer in den Suchmaschinen an vorderster Stelle ist, hat eine strategisch
günstige Position. Denn in der Regel schauen sich Suchende etwa
zehn, selten bis zu 20 Suchergebnisse zu einem Thema an. Wenn
Sie nicht unter den ersten 20 sind, ist die Chance gegen Null,
dass man Sie unter dem gewünschten Suchbegriff findet. Fragen
Sie nach welchen Schlag- oder Stichworten gesucht wird und decken
das Suchumfeld Ihres ursprüngli-chen Suchwortes mit ab, so erfahren
Sie, wo Ihr Markt liegt oder liegen könnte. Werkzeuge zur Bestimmung
der Marktgröße
http://www.kso.co.uk bietet
Ergebnisse von einer bereinigten Datenbank an, die aus 24stündigen
Suchläufen resultiert. Dieser Dienst ist kostenpflichtig, aber
dafür aktuell. Hier erfahren Sie, nach welchen Dingen in Suchmaschinen
gesucht wird.
Kostenfrei können Sie dagegen bei der Suchmaschine Overture feststellen,
wie oft Ihr Begriff im letzten Monat (bei Overture) gesucht wurde.
http://www.de.overture.com/d/DEm/adcenter/tools/dedeindex.jhtml
Damit erhalten Sie einen Anhaltspunkt für Ihr Marktpotenzial.
Genauer formuliert: über das Marktpotenzial der bei Overture direkt
nach Ihrem Produkt Suchenden. Fürs Erste reicht das, um eine Größenordnung
zu haben, ob Ihr Angebot 10 oder 10.000 Mal im Internet gesucht
wird.
Nehmen wir einmal an, dass Sie Nahrungsmittel-Ergänzungsprodukte
verkaufen.
In diesem Zusammenhang möchten Sie wissen, wie groß das Interesse
im Internet an Vitaminpräparaten ist und suchen gezielt nach Vitaminen
und Themenumfeld.
Im Januar 2003 wurde der Begriff Vitamin bei Overture 8026 mal
angefragt. Das ist also das Marktpotenzial für Vitamine. (Ich
lasse dabei außen vor, dass es weitere Suchmaschinen gibt, dass
es weitere sinnvolle Suchworte gibt.) Nur zum Vergleich: Ein Produkt
wie Viagra wurde im gleichen Zeitraum über 18.000 Mal angefragt,
das Thema Wärmedämmung knapp 2.000 Mal.
Von diesen 8026 Suchanfragen verteilen sich vermutlich 95 Prozent
auf die ersten 20 Suchergebnisse. Dabei werden die vordersten
Ergebnisse mit Sicherheit die höchsten Ergebnisse erzielen. Eine
Verteilung könnte so aussehen.
1. Position 25% vom Gesamt-Traffic = 2006 Besucher
2. Position 15%
3. Position 12%
4. Position 8%
5. Position 7%
6. Position 6%
7. Position 5% = 401 Besucher
Das heißt für Ihr Unternehmen, dass Sie an siebter Position im
Vergleich zum Wettbewerber voraussichtlich nur mit einem Fünftel
an Besuchern des Erstplatzierten rechnen dürfen.
Zusammenfassung
Das Internet ist in vielen Bereichen transparent. Nutzen Sie
diese Chance, um Marktgröße und Marktposition zu bestimmen, damit
Sie Ihrem Wettbewerb einen Schritt voraus sind.
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